19.07.2012

100 Anwohner informieren sich über neue Fahrradstraße

Von: Johanna Drescher
Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg, informiert über Fahrradstraßen.

Seit wenigen Wochen ist die Uferstraße in Eilbek eine Fahrradstraße. Am Mittwoch, 18.7., kamen ca. 100 Interessierte auf Einladung des ADFC ins Barmbek Basch. Viele wollten wissen, was eine Fahrradstraße ist und wie die Vorfahrtsregelungen lauten. Während sich Autofahrer eher negativ äußerten, freuten sich Fahrradfahrer über die neue, komfortable Verbindung. Einigkeit herrschte aber in einem Punkt: der Kritik an den Schwellen an den Kreuzungseinfahrten.

Die Uferstraße wurde als Teil der Veloroute 6 zur Fahrradstraße umgewidmet. Dass Radfahrer hier erwünscht sind, ist nun deutlich: es gibt eine neue, glatte Oberfläche (statt Kopfsteinpflaster), Stadtradstationen, eine Querungshilfe über die Friedrichsberger Straße und verkehrsberuhigende Einengungen in den Kreuzungsbereichen.

Vom ADFC gab es Lob: hier macht Radfahren richtig Spaß. Die Fahrradstraße wird sehr gut angenommen: so viele Radler auf einer Route sieht man nicht oft. Einziger Kritikpunkt an der konkreten Umsetzung sind die Schwellen an den Kreuzungseinfahrten. Sie sollen Autofahrer beim Einfahren verlangsamen, damit diese auf die Radfahrer achten. Während der Veranstaltung zeigte sich, dass viele Autofahrer große Probleme mit den Schwellen haben, weil sie aufsitzen. Nachteil ist, dass auch Radfahrer stark abbremsen müssen.

Olaf Böhm (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) war an der Planung beteiligt und nahm sich der Fragen und Kritik des Publikums an. Viele Anwohner waren gekommen, weil Sie die Regelungen für Fahrradstraßen nicht kannten. Kein Wunder, gibt es doch in Hamburg nur eine Handvoll davon. Hier das Wichtigste zu Fahrradstraßen in Kürze:

 

  • wenn es kein Zusatzzeichen gibt, dürfen sie nur durch Radfahrer befahren werden
  • es gelten die allgemeinen Verkehrsvorschriften (wenn nicht anders geregelt)
  • Radfahrer haben Vorrang, nicht Vorfahrt
  • Radfahrende dürfen nebeneinander fahren
  • es gilt die Höchstgeschwindigkeit von 30km/h.

 

Viele Anwohner fragten sich, wie die Vorfahrt an der Kreuzung der Fahrradstraße mit der Von-Essen-Straße geregelt sei. Hier gilt die Besonderheit, dass die einmündenden Straßen über Gehwegüberfahrten, also einen abgesenkten Bordstein geführt werden. Damit gilt nach § 10 der Straßenverkehrsordnung Vorfahrt für die durchgehende Fahrbahn und eine Wartepflicht für Fahrzeuge aus den einmündenden Straßen. Diese Regelung war vielen Anwohnern unbekannt. Sie forderten ein „Vorfahrt achten“-Schild.

Olaf Böhm wird die zentralen Kritikpunkte an die zuständigen Mitarbeiter im Bezirksamt weiterleiten und für zukünftige Planungen berücksichtigen. Der ADFC würde sich seitens der Behörden mehr Öffentlichkeitsarbeit für das Radfahren allgemein, aber auch insbesondere bei erfolgten Baumaßnahmen wie Rad- und Schutzstreifen oder Fahrradstraßen, wünschen.

 

Weitere Informationen:
ADFC-Fachposition Fahrradstraßen auf den Seiten des ADFC-Bundesverbands
Fahrradstraßen in Hamburg auf hamburg.de/fahrrad
Velorouten auf den Seiten des ADFC Hamburg
Velorouten in Hamburg hamburg.de/fahrrad