28.03.2012

ADFC-Jahreskampagne 2012

Von: Dirk Lau

Nach »Ab auf die Straße!«, der Kampagne für sicheres, komfortables und zügiges Radfahren auf der Fahrbahn, geht es dem ADFC Hamburg dieses Jahr darum, noch mehr Menschen für den Verein, seine Ziele und seine Arbeit zu begeistern.

Mit Luftballons begrüßten ADFC-Aktive die per Rad gekommenen Besucher der 16. ADFC Radreise-Messe im CCH am 4. März 2012. Eine tolle Aktion, um auf den Verein aufmerksam zu machen.

Was? Schon wieder eine Kampagne? Warum denn? Die letzte war doch gerade erst ... Sicher, jede Aktion kostet Geld, Zeit und Nerven, will also gut überlegt sein. Aber der Erfolg von »Ab auf die Straße!« in 2011 hat uns gezeigt, dass sich die Mühen lohnen. Auch dieses Jahr macht der ADFC Hamburg daher eine Kampagne. Und zwar eine ganz besondere: Dabei geht es nämlich – ebenso unbescheiden wie ehrgeizig – um ihn selbst, den Verein. Ziel ist es, den ADFC Hamburg bekannter zu machen, seine Arbeit, seine Erfolge und nicht zuletzt auch seine Vision, wie sie im »Verkehrspolitischen Leitbild« zum Ausdruck kommt. Dafür zu werben, noch mehr Menschen für den Verein zu begeistern und sich gemeinsam für die Verkehrswende in Hamburg starkzumachen – all das soll »Willkommen im Club!« bewirken.

Wer weiß das schon? Seit mehr als 30 Jahren setzen sich Menschen im ADFC Hamburg für eine fahrradfreundliche Hansestadt ein. Sie haben bereits viel erreicht: kostenlose Fahrradmitnahme in U- und S-Bahnen sowie vielen Bussen des HVV, jedes Jahr eine tolle Radreise-Messe, Freigabe zahlreicher Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr und, und, und ...

Leider wissen noch nicht alle Radfahrerinnen und Radfahrer Hamburgs, wem sie es auch zu verdanken haben, dass sie ihr Fahrzeug in der Bahn mitnehmen dürfen, dass immer weniger blaue Schilder ihre sichere, zügige und komfortable Fahrt auf der Straße stören, oder wer diese detaillierten Fahrradkarten für Hamburg erstellt.

Das ist einerseits verständlich. Denn die Lobbyarbeit des ADFC Hamburg passiert zwar selten in dunklen Hinterzimmern; in der Zeitung liest man dennoch wenig darüber, wenn die Aktiven des Vereins wieder bei Politik, Polizei und Presse für die Sache der Radfahrer unterwegs sind. Andererseits lassen sich Image und Profil des Clubs, seine öffentliche Wahrnehmung als verkehrspolitischer Verein, der sich für moderne, innovative und umweltfreundliche Mobilität einsetzt, durchaus noch schärfen.  

Was kommt? Anders als die letzte Kampagne, die mit einer großen Demo und Plakaten kurz vor der Fahrradsternfahrt konzentriert in die Öffentlichkeit drängte, setzt sich »Willkommen im Club« aus vielen kleinen, über das ganze Jahr verteilten Aktionen und Projekten zusammen. Das geht los bei Luftballons und reicht über Podiumsdiskussionen und exklusive Mitglieder-Radtouren bis hin zur Planung und Organisation einer eigenen RTF. Und wem das dann alles noch nicht genug ist – »Willkommen im Club!«.   

Dirk Lau in RadCity 2/2012