24.08.2016

Georgs Bastelseite

Von: Georg Sommer

ADFC Tempo 30-Aktion: Der Leidensdruck ist hoch

Mit einer interaktiven Karte zeigt der ADFC, wo Anträge für Tempo 30 eingereicht wurden und stellt Belastungswerte dar

Die Karte markiert in blau, zu welchen Orten Nutzer angeben, Anträge erzeugt -, in rot sie auch gestellt zu haben. Gezeigt werden nur Orte, an denen die Nutzer der Darstellung zugestimmt haben (ca. 40%). In weiteren Kartenbenen lassen sich Belastungen durch Lärm und Luftschadstoffe anzeigen. Auswahl über das Stapelsymbol , Erklärungen in der Legende.

Mit seiner Kampagne "Läuft" setzt sich der ADFC für bessere Luft, weniger Lärm und mehr Verkehrssicherheit ein. Dazu fordert er mehr Tempo 30 in Hamburg. Weil die Stadt die Emissionsprobleme ignoriert, unterstützt der ADFC lärm- und abgasgeplagte Hamburgerinnen und Hamburger bei der Antragstellung auf Tempo 30 vor der eigenen Haustür mit Hilfe eines Webtools.

Hamburgweit haben rund 400 Menschen dort einen Antragsvordruck heruntergeladen. Das zeigt, dass der Leidensdruck hoch ist. Denn viele der Nutzer*innen habe den erstellten Antrag auch wirklich bei den Behörden einreicht. Nach Auskunft der Innenbehörde waren es allein im Bezirk Nord 25 bis Anfang Januar. Erschreckend: Jede*r zweite Antragsteller*in ist Verkehrslärm ausgesetzt ist, der nicht einmal in einem Gewerbegebiet zulässig wäre und der nach Angaben der WHO schwere gesundheitliche Schäden nach sich zieht. Auch die Belastung durch Luftschadstoffe ist in einigen Gebieten inakzeptabel. In Stuttgart haben Bürger aufgrund häufiger Grenzwertüberschreitungen Strafanzeigen gegen verantwortliche Politiker gestellt. Dies ist auch in Hamburg beispielsweise im Fall der extrem belasteten Max-Brauer-Alle vorstellbar.

Und dabei sind die offiziell verfügbaren Daten über die Belastungen noch nicht einmal vollständig: Die Stadt kommt Ihrer Verpflichtung zur Datenerhebung nicht in vollem Umfang nach, für viele Straßen sind noch keine Werte ermittelt worden, obwohl EU-Recht dies vorschreibt. Die Anzahl der von unzulässigem Verkehrslärm und Luftschadstoffen Betroffenen dürfte also noch deutlich höher liegen als sich schon jetzt ermitteln lässt.

Möchten Sie aktiv werden? Sind sie persönlich von Lärm und Luftverschmutzung betroffen? Stellen Sie einen Antrag auf Verkehrsbeschränkenden Maßnahmen, unsere Antragshilfe finden sie hier:http://hamburg.adfc.de/tempo30antrag