02.02.2013

AGFS: Parken ohne Ende?

Von: Ulf Dietze
Parken ohne Ende?

Das »Autoparken« muss ein Ende haben, damit wieder attraktive und lebenswerte Räume für die Menschen in den Städten entstehen können.

Parkende, unnütz herumstehende Autos sind ein Ärgernis: Sie nehmen nicht nur Fußgängern und Radfahrern viel Platz weg und behindern den öffentlichen Nahverkehr, sondern stören auch die Sicht der Verkehrsteilnehmer untereinander. »Stehfahrzeuge« sind oft mitverantwortlich für Unfälle vor allem mit Kindern und Senioren. Zudem macht die Suche nach einem Parkplatz etwa 40 Prozent des Autoverkehrs in den Innenstädten aus und diese damit unattraktiv.

Einen Parkplatz für das eigene Auto zu haben, gilt vielen dennoch als Grundrecht. Möglichst auch noch kostenlos. Selbst die Straßenverkehrsordnung sieht das »Autoparken« als privilegierte Nutzung des Straßenraums an: Anders als für Verkaufsstände oder Festzelte benötigt man keine Genehmigung, um Autos im öffentlichen Straßenraum abzustellen. Lange hat die Verkehrsplanung dieses Spiel mitgemacht: Grünflächen verschwanden zugunsten von Parkplätzen, per Verkehrsschild erklärten die Behörden Gehwege zu Parkplätzen. »Die Politik nimmt Parken immer noch als lästiges Begleitproblem des motorisierten Verkehrs wahr«, heißt es bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e. V. (AGFS). Politiker reagierten daher auf »Parkdruck gerne mit einer Ausweitung des Stellplatzangebotes«.

Mit ihrer neuen Broschüre zum Thema knüpft die AGFS an ihr Konzept »Nahmobilität 2.0« an (siehe RadCity 3/2012). Sie zeigt, wie Fuß- und Radverkehr mehr Platz erhalten und Städte wieder lebenswert werden. Egal aber, ob es um Verkehrssicherheit, urbane Lebensräume oder einen attraktiven Radverkehr geht: Autoparken hat sich »zu einem echten Problem entwickelt«. Es müsse daher, so die AGFS, nicht länger als Randthema, sondern als Bestandteil einer strategischen Verkehrs- und Stadtplanung gesehen werden. Bußgelder müssten eine wirkungsvolle Höhe haben. Vorhandene Stellplätze könnten effizienter genutzt werden. Letztlich müsse sich aber jede Kommune ihre eigene Lösung suchen – »die Bausteine und Elemente für eine Neuordnung des Parkens sind hinreichend bekannt.«

Ulf Dietze in RadCity 1/2013

AGFS e. V.: Parken ohne Ende? Eine AGFS-Broschüre zum Thema Nahmobilität und Autoparken. Krefeld, November 2012. 70 Seiten. Als PDF oder Broschüre kostenlos zu beziehen über www.fahrradfreundlich.nrw.de