06.02.2014

Tim Lewis: Das Land der zweiten Chance

Von: Ulf Dietze
Tim Lewis: Das Land der zweiten Chance
Tim Lewis: Das Land der zweiten Chance

Jock Boyer hat in den letzten Jahren eine ruandische Mannschaft von Radsportlern aufgebaut. Herausragende Figur des Teams ist Adrien Niyonshuti. Seine Geschichte ist wie die fast aller Ruander mit dem Genozid des Jahres 1994 eng verwoben. Der in London lebende Magazinjournalist Tim Lewis hat mit zahlreichen Sportlern, Politikern und Angehörigen gesprochen und berichtet sehr anschaulich über den Werdegang seiner Protagonisten. Geschickt verpackt er dabei vor dem Hintergrund des Sports eine Reportage über Land und Leute. Wir erfahren viel über Ruanda, über den Miterfinder des Mountain-Bikes, Tom Ritchey, der in Ruanda den Versuch unternahm mit dem sog. Kaffee-Fahrrad Entwicklungshilfe zu leisten. Der Autor geht auf verschiedene Ansätze ein, mit denen »Westler« versuchen, in Afrika (betrachtet werden dabei auch Kenia und Eritrea) etwas zu erreichen. Er bewertet das nicht, sondern lässt die Menschen selbst zu Wort kommen und betrachtet die Entwicklungen über längere Zeiträume.

Im Gegensatz zu den meisten Radsportbüchern ist der vorliegende Band auch interessant für alle, die sich für die ruandische Geschichte interessieren. Es ist flott geschrieben und liest sich in weiten Teilen wie ein Roman.

Tim Lewis: Das Land der zweiten Chance. Die erstaunliche Geschichte des ruandischen Radsportteams.
Aus dem Englischen von Olaf Bentkämper
Broschur, 304 Seiten + Fotostrecke, EUR 16,80 [D]
ISBN 978-3-936973-87-7