02.08.2012

Retrobikes und echte Oldtimer

Von: Katja Nicklaus

Ein Kurztrip durch Hamburgs Radwelten

Radfahren mit Stil ist seit einigen Jahren in Mode. Nicht nur Funktionalität und technische Perfektion sind gefragt, sondern auch trendbewusstes Design. Retro – Altes neu aufgelegt – ist in aller Munde. Viele Fahrradmanufakturen lassen ihre Stars von gestern heute wieder aufleben. In einer neuen Serie stellen wir Ihnen die interessantesten Modelle und Hersteller der beliebten Klassiker vor.

Das »Guv’nor« von Pashley – ein Retro-Renner mit nahezu aufrechter Sitzposition

Postkarte von Puschi Schmidtkes Radsalon mit dem Guv'nor von Pashley

Die englische Marke Pashley produziert heute noch Fahrräder mit Stahlrahmen – und das von Hand! Seit 1926 fertigt die Firma Einzelstücke in einer kleinen Manufaktur. Zum Beispiel das »Guv'nor«, ein Nachbau eines Path Racers (altertümliches Wort für Bahnrad) aus den dreißiger 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Es hat nicht nur eine Stahlrahmen, sondern auch Ledersattel und Ledergriffe. Das Fahrrad im englischen Rennstil gibt es auch mit doppeltem Oberrohr.

Durch die entspannte Sitzposition ist der Retro-Racer auch für Langstrecken tauglich. Das »Guv'nor« hat einen North Road Lenker, wie er traditionell bei den meisten englischen 3-Gang-Rädern verbaut wurde. Seinen Namen verdankt er dem North Road Cycle Club in der Nähe von London. Es handelt sich um einen flachen Lenker mit einem Rise, was ihn in der Mitte niedriger als an den Enden macht. So fährt es sich nahezu aufrecht. Die gerade Sitzposition wird von den parallel zum Rahmen ausgerichteten Griffen noch verstärkt.

Weniger spektakulär fällt das Retrorad von Pashley für Frauen aus. Zwar gibt es ein klassisches Damenrad mit Stahlrahmen; dieses unterscheidet sich aber kaum von einem Hollandrad, wie etwa der Marke »Gazelle«.

Echte Oldtimer mit Drive

Alle Folgen dieser Serie:

RadCity 2/2014: Geburtsstunde der Radweg (Teil2)
RadCity 3/2013: Radfahrverordnung auf Abwegen (Teil 1)
RadCity 2/2013: Hoch hinaus im tiefen Sitz – die Brüder Kurkofka
RadCity 1/2013: Draufgänger auf zwei Rädern – der Altonaer Bicycle Club
RadCity 6/2012: Alter Schwede – ein Monark aus den 50ern
RadCity 5/2012: Das Frischauf-Akrobatenrad
RadCity 4/2012: Retrobikes und echte Oldtimer

Sammlerstück an der Wand von Drive ...
... und Postkarte mit einem Urahn des Ladeninhabers

Wer einen echten Oldtimer kaufen möchte, wird bei Oliver Zschirnt (Drive) in der Bernstorffstraße in St. Pauli fündig. Wie bei den Retrobikes gibt es auch bei den historischen Liebhaberstücken klassische Stahlrahmenvarianten aus den 50er-Jahren bis in die 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts – vom Rennrad bis zum Klapprad. Da das Angebot ständig wechselt, lohnt sich ein regelmäßiger Besuch im Laden. Interessierte finden bei Oliver Zschirnt echte Stahlrahmen genauso wie exotische Schaltungen (zum Beispiel Campagnolo).

Für Frauen, die häufige Probleme wegen der großen Rahmengrößen haben, hat Drive auch 19-Zoll-Fahrräder im Angebot. Wer auf Anhieb keinen Oldtimer findet, für den lohnt sich ein Blick auf die Plaketten von Traditions-Fahrradmarken wie Koga, Adler, Rixe oder Göricke allemal.

Katja Nicklaus in RadCity 4/2012

Händlerkontakt

Pashley: Puschi Schmidtkes Radsalon, Hansastraße 25-27, 20149 Hamburg, Tel. 040- 44506471, www.puschi-schmidtkes-radsalon.de

Historische Fahrräder: Oliver Zschirnt, Bernstorffstr. 148, 22767 Hamburg, www.klassische-fahrraeder-hamburg.de