03.10.2015

Mit dem Rad von Hamburg nach Lissabon

Von: Amrey Depenau
Martin Borek auf seinem Fahrrad
Martin Borek
geplante Reiseroute (Karte: Michael Prahl)

Diese Idee kommt Martin Borek erstmals im Frühjahr 2014. Symbolisch für »weit weg« steht für ihn Salamanca in Zentralspanien, das er mehrmals überflogen hat bei seinen Urlaubsreisen auf die Kanarischen Inseln. Spätestens hier stellte sich immer das Urlaubsgefühl ein. So ist für ihn ziemlich schnell klar, dass er von Hamburg über Salamanca nach … ja, wohin eigentlich? – fahren möchte. Der Blick auf die Karte Europas zeigt ihm die Lösung: Lissabon bietet sich als Endpunkt an. Von der norddeutschen Hafenstadt Hamburg also in die portugiesische Hauptstadt mit dem wichtigsten Hafen des Landes.

Es wird konkret

Zunächst bleibt alles aber eine Spinnerei, die bald wieder im Alltag untergeht. Bis ihn dann im vergangenen Winter ein guter Freund fragt, was aus dem Plan eigentlich geworden sei. Der selbstständige Unternehmensberater lässt sich nicht lumpen und beginnt, die Reise genauer zu planen, erst halbherzig, dann mit immer größerer Leidenschaft. Als sich dann die Chance ergibt, den September von Projekten frei zu halten, ist der Entschluss gefasst: Ende August soll es losgehen, alleine von Hamburg über Belgien, Frankreich und Spanien nach Lissabon, wo am Ende der Reise vielleicht noch Zeit bleibt für ein paar entspannte Tage in der Kulturhauptstadt.

Mit allen Finessen

Für den Trip schafft sich Martin Borek ein komfortables Trekkingrad an, ausgestattet mit der Mutter aller Nabenschaltungen. 14 Gänge werden ihn auch in hügeligem Gelände und bei Gegenwind in der Spur halten. Die findet er hoffentlich immer mithilfe seiner Navi-Software auf dem Smartphone, das durch den Nabendynamo (+ Akku) stetig mit Strom versorgt wird. Luxus und Fahrrad schließen sich eben nicht aus. Zumal der erfahrene Reise­radler immer wieder auch in festen Unterkünften übernachten will, das Zelt also nicht im Dauereinsatz hat. Man ist ja schließlich nicht mehr 20.

 

Der Blick nach innen

Gerade 50 geworden, ist diese Reise auch der Selbsterfahrung gewidmet. Vier Wochen alleine auf dem Rad, was macht das eigentlich mit einem? Wird es nur ein Kilometerfressen mit wundem Hintern oder ergeben sich auch Impulse für das Leben? Beruflich berät Martin Borek Unternehmen bei Umstrukturierungen. Wer weiß, welche Einsichten sich auf der Fahrt auch dafür gewinnen lassen. Auf jeden Fall wird er täglich ein Reisetagebuch führen und seine Eindrücke auf Fotos festhalten. Wir sind gespannt, was er erleben wird und werden im nächsten Heft davon berichten!

Amrey Depenau in RadCity 5/2015

In der RadCity 6/2015 folgte der Bericht im Anschluss an die Reise.