02.02.2013

Reiseradler Herbert Kock

Von: Ulf Dietze
Kambodscha, Angkor Wat
Kambodscha, Angkor Wat
Vietnam
Vietnam
Peru
Peru
Peru, Anden
Peru, Anden
Singapur
Singapur

In der großen Halle der ADFC Radreise-Messe stellen traditionell auch RadfahrerInnen ihre Reisen und ihre Ausrüstung vor. BesucherInnen informieren sich hier aus erster Hand. Wer mag, kann dabei ausführlich »fachsimpeln«. Herbert Kock war mit seinem Rad unter anderem in Thailand, Peru, Sumatra, Kambodscha und Singapur. Er ist einer unserer Reiseradler auf der ADFC Radreise-Messe 2013.

Wie lange bist du auf deinen Reisen unterwegs?

Herbert Kock: Auf der Tour von Bangkok nach Hong Kong waren das fünf Wochen, sonst eher vier.

Wie bereitest du dich vor?

Wenig. Ich kauf mir mal ein Reisebuch. Und für diese Länder ist ein Buch aus der Serie "Kulturschock" ganz gut. Ansonsten habe ich die Route ungefähr im Kopf. Man kann da auch nicht einfach jeden kleinen Weg nehmen, da bleibt man besser auf den vorhandenen Straßen.

Du reist immer alleine. Ist es da schon zu gefährlichen Situationen gekommen?

Nee. Da ist noch nie etwas passiert. Es ist auch überhaupt noch nie eine Gefahr auf mich zugekommen.

Und wie klappt es mit der Verständigung?

Oft geht es auf Englisch. Für Südamerika habe ich ein bisschen Spanisch gelernt. Ansonsten funktioniert es immer mit Händen und Füßen, oder mit dem »Ohne-Wörter-Buch«, in dem verschiedene Gegenstände abgebildet sind. Darauf kann ich dann zeigen, wenn ich etwas brauche.

Fällst du unterwegs mit deinem Fahrrad noch auf oder kennt man überall schon Reiseradler mit Gepäck?

Ich bin da eher noch ein Exot. Viele Leute, auch Kinder, winken mir zu und rufen ein freundliches »Hello, Mister« oder »Hello Sir«. Dann winke ich auch gerne zurück.

Übernachtest du im Zelt?

Jahrelang habe ich ein Zelt mitgeschleppt und dann eingesehen: Das benutze ich nie. Man kann fast überall für 10 - 20 Euro übernachten. Ich wüsste auch gar nicht, wo ich z. B. in Kambodscha mein Zelt aufbauen sollte. Einfache Hotels am Weg sind dann der Luxus, den ich mir gönne. In Kambodscha, in Siem Riap (Angkor Wat), gibt es viele Hotels mit Preisen bis 200 Dollar pro Nacht. Aber ich habe dann in der Nähe eines gefunden, wo ich für fünf Dollar übernachten konnte - allerdings war dort kein warmes Wasser für die Dusche vorhanden ...

Auf einem der Fotos ist ein imposantes Hochhaus zu sehen. Wo war das denn?

Das war in Singapur. Da war ich vor 20 Jahren schon einmal. Nun war ich wieder da und suchte den kleinen Hafen von damals. Und dann sehe ich hinter der Ecke dieses Ding … Ich dachte nur, die sind verrückt hier. Es ist das »Marina Bay Sands« mit Spielkasinos und das »Schiff« oben ist ein Hotel mit Pool.

Du unternimmst deine Reisen überwiegend in ferne Länder. Machst du dir Sorgen um deine CO2-Bilanz?

Mir ist bewusst, dass Fliegen zu meinen Zielen nicht gerade umweltfreundlich ist. Aber dort fahre ich dann zwei- bis dreitausend Kilometer mit dem Fahrrad, benutze so gut wie keine Klimaanlagen und halte mich nicht in Ferienanlagen auf, die sehr viel Energie verbrauchen sollen.

Die Fragen stellte Ulf Dietze für die RadCity 1/2013