Sternfahrt 2011

Von: Ulf Dietze

Bei weitgehend konstantem Regenfall und verkaufsoffenem Sonntag fanden am 19. Juni 2011 etwa 8000 RadlerInnen der Weg zur Sternfahrt. Angesichts kalter Finger und nasser Klamotten fuhren aber nicht alle mit bis zum Rathausmarkt.

Fotos

Zubringertour von Bramfeld: »Übers Wetter reden wir nicht«.
Gut dimensionierter »Radfahrstreifen«
Bei der Sternfahrt brauchte man auch in diesem Jahr die richtige Kleidung ...
... oder das richtige Fahrzeug.
Abschlusskundgebung auf dem Rathausmarkt
MusikerInnen von Sambarana
In diesem Haus sollte Radverkehr noch einen höhren Stellenwert bekommen.

Redebeitrag

von Dirk Pfaue, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Hamburg, auf der Abschlusskundgebung:

Liebe Radfahrerinnen und Radfahrer,

der ADFC Hamburg führt in diesem Jahr die Kampagne »Ab auf die Straße« durch.

Hier bei der Sternfahrt waren wir alle selbstverständlich auf der Fahrbahn unterwegs. Und wir wollen, dass das so bleibt. Wir wollen einen selbstbewussten, zügigen und komfortablen Radverkehr. Wir wollen nicht mehr zum Radfahren auf die Fußwege abgeschoben werden, wo der Platz den Fußgängerinnen und Fußgängern weggenommen wird. Stattdessen wollen wir überall zurück auf die Fahrbahn, dort wo Fahrzeuge nun einmal hin gehören. Sei es im Mischverkehr wo immer es möglich ist, sei es auf Radfahrstreifen an anderen Stellen, wo sich viele Radfahrerinnen und Radfahrer das noch nicht trauen.

Denn wir wissen,

  • Radfahren auf der Fahrbahn ist sicher – weil wir gesehen werden, selbst gut sehen und nicht in Konflikte mit Fußgängern geraten
  • Radfahren auf der Fahrbahn ist zügig – weil die Fahrbahn frei von unvorhersehbaren Hindernissen ist
  • Radfahren auf der Fahrbahn ist effektiv – weil die Fahrbahn gemeinsam für alle Fahrzeuge gereinigt, geräumt und repariert wird
  • Radfahren auf der Fahrbahn ist komfortabel – weil die Fahrbahn zum Fahren gebaut ist: gradlinig, eben, breit.

Im Verkehr ist Sicherheit in erster Linie Sichtbarkeit. Auf der Fahrbahn haben alle freie Sicht aufeinander. Wir Radfahrerinnen und Radfahrer sehen Gefahren rechtzeitig und werden von anderen Verkehrsteilnehmern nicht übersehen.

Durch Fahren auf der Fahrbahn lassen sich auch die Konfllikte mit den Fußgängerinnen und Fußgängern minimieren. Auch darum trägt Rad fahren auf der Fahrbahn zu mehr Lebensqualität in der Stadt bei.

Wir fordern Politik und Verwaltung auf: Der Hofweg darf kein Einzelfall bleiben. Der Schutzstreifen dort ist ein richtiger Schritt, doch viele weitere müssen folgen. Die Pläne liegen alle in den Schubladen und müssen jetzt schnell und entschlossen umgesetzt werden.

Die Radgewebenutzungspflicht muss flächendeckend aufgehoben werden. Eine gute Radverkehrsanlage wird auch freiwillig genutzt.

Wir brauchen Tempo 30 in ganz Hamburg. Denn dann haben sich fast alle angesprochenen Probleme von selbst gelöst.

Wir fordern alle Menschen auf Hamburgs Straßen auf, Radfahrerinnen und Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer an zu erkennen und ihnen ihren Platz auf der Fahrbahn zu lassen. Abdrängen, hupen, schneiden darf es auf unseren Straßen nicht mehr geben.

Wir fordern alle Radfahrerinnen und Radfahrer auf: Seid selbstbewusst! Nehmt Euch Euren Platz auf der Fahrbahn. Lasst Euch nicht an die Seite abschieben. Fahrt, wo immer es geht, auf der Fahrbahn.