05.11.2011

Mit Lars Kocherscheid-Dahm

Von: Merja Spott, Ulf Dietze

Am 05. November 2011 startete die »Rollende Bürgersprechstunde« mit Lars Kocherscheid-Dahm (SPD). Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Wandsbek und Fachsprecher Verkehr.

Rund zehn verkehrspolitisch Interessierte fuhren von Tonndorf über Farmsen und Bramfeld nach Wandsbek-Gartenstadt.

Zu Beginn erläuterte Kocherscheid-Dahm, dass der Bezirk alle Radwege entlang von Bezirksstraßen nach baulichem Zustand und der Bedeutung im Verkehrssystem erfasst hat. Der Sanierungsbedarf wurde dann in drei Prioritätenstufen eingeordnet. Damit ist Wandsbek anderen Bezirken und der Landesbehörde voraus.

Allerdings betonte Kocherscheid, dass auch festgestellt wurde, dass das Geld für die Sanierung nicht ausreicht. Allein für die Radwege der wichtigeren zwei Prioritätenstufen seien mehr als sechs Millionen Euro nötig. Vorhanden sind aber nur 2 Mio. Euro im Jahr – für Radwege- und Straßenbau. Sprich: Konventioneller Radwegbau, wie ihn viele heute noch fordern, ist nicht finanzierbar. Man produziert damit lediglich Strecken, die in nicht verkehrssicherem Zustand sind und lediglich Scheinsicherheit vorgaukeln.

Unterwegs diskutierten wir, dass an Straßen, wie zum Beispiel Neusurenland nach Meinung der Beteiligten kein Geld für Radwegesanierung ausgegeben werden sollte. Im Pezolddamm – Berner Chaussee wäre ein Rückbau des Radwegs notwenig, wodurch Platz für Schutzstreifen entstehen würde.

Unhaltbar ist die Situation im Sonnenweg und im Kupferdamm. Dort gibt es benutzungspflichtige Geh- und Radwege, sogar für den Zweirichtungsverkehr. Dabei entsprechen Oberflächenzustand und Breiten teilweise nicht einmal den für Einrichtungsverkehr erforderlichen Maßen.

In der Bramfelder Chaussee kann man sehen, wie man die Radfahrer sinnvoll an Bushaltestellen auf die Fahrbahn führen kann, um Konflikte mit Fußgänger zu vermeiden. Nicht ganz verständlich ist, warum das nicht an allen Haltestellen umgesetzt wurde. Die Tour endete in der Wandsbeker Straße, wo die Breiten ausreichend für Schutzstreifen sind und eigentlich nur abmarkiert werden müsste. Kocherscheid-Dahm nahm die Anregungen auf und wir hoffen, dass wir bald Ergebnisse im Fahrradalltag sehen werden.