Pressemitteilung, Verkehr
04.05.2011

Ab auf die Straße – Start der ADFC-Jahreskampagne am 7. Mai

erstellt von Johanna Drescher
Tom Bayer - fotolia.com

Foto: Tom Bayer - fotolia.com

Sicher Rad fahren auf der Fahrbahn – das ist DAS Thema des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in Hamburg im Jahr 2011. Die Kampagne startet in der Woche vom 7. bis 14. Mai mit der Aktion „Betreutes Fahrbahnradeln“. Sie soll allen Radlern in der Hansestadt zeigen: Radfahren auf der Straße ist sicher, zügig und komfortabel.

Die Kampagne ist online unter www.hamburg.adfc.de/abaufdiestrasse. Ziel ist es, den Menschen die Ängste zu nehmen und sie statt dessen zu ermuntern, im Mischverkehr auf der Fahrbahn zu radeln.

In Hamburg werden in Zukunft immer mehr Radfahrstreifen direkt auf der Straße entstehen. Die allermeisten Radwege sind bereits jetzt schon nicht mehr benutzungspflichtig, das heißt Radfahrende können frei entscheiden, wo sie besser fahren.

Der ADFC will zeigen, dass die Fahrbahn oftmals sicherer ist als Radwege auf dem Bürgersteig und – mit ein wenig Übung – das Radeln dort auch mehr Spaß macht und komfortabler ist. Deswegen zeigt der ADFC Hamburgs Bürgerinnen und Bürgern in der ersten Aktionswoche vor Ort, was beim sicheren Fahren auf der Fahrbahn zu beachten ist. Und wer sich alleine noch nicht auf die Straße traut, kann das Radeln auf der Fahrbahn gemeinsam mit erfahrenen ADFC-Aktiven an vielen Orten Hamburgs üben und erste Erfahrungen sammeln.

Termine "Betreutes Fahrbahnradeln"
Eimsbüttel: Samstag, 7.5., 11 bis 15 Uhr, Osterstraße Ecke Eppendorfer Weg
Winterhude: Mittwoch, 11. Mai, 17 bis 19 Uhr, Dorotheenstraße(Maria-Louisen-Straße bis Krohnskamp)
Harburg: Samstag, 14.5., 10 bis 13 Uhr, Heimfelder Straße 42 a

„Auf der Straße können Radler von den Autofahrern nicht übersehen werden. Das ist der große Vorteil: Sehen und gesehen werden“, so Dirk Lau, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Hamburg. Das belegen auch die Zahlen: 2009 verursachten Autofahrende in der Hansestadt 582 Unfälle mit Radfahrern– allein beim Abbiegen. Durch Überholvorgänge auf der Fahrbahn kam es dagegen nur zu 28 Unfällen.

„Die Straße ist nicht nur sicherer, als man denkt. Sie ist dank des Asphaltuntergrunds in den allermeisten Fällen auch komfortabler zu befahren – und zügiger“, meint Lau. „Viele Radfahrende wissen auch gar nicht, dass sie die Straße ganz selbstverständlich benutzen dürfen, solange kein blaues Schild etwas anderes vorschreibt“. Der Radverkehr gehöre auf die Straße, so stehe es unmissverständlich in der Straßenverkehrsordnung.

Deswegen informiert der ADFC im Rahmen der Kampagne mit Postkarten und Flyern. Der Höhepunkt wird im Juni sein: mit einer Fahrraddemo, stadtweiten Plakaten (7.6. bis 20.6.) und Aktionen zur Fahrrad-Sternfahrt am 19. Juni, wenn wieder zehntausende Radler die Straße für sich erobern.

Merja Spott, Verkehrsreferentin beim ADFC Hamburg: „Wir wollen niemanden zu etwas zwingen, wovor er Angst hat. Aber die Sicherheit auf dem Radweg oder gar dem Gehweg ist oftmals nur eine gefühlte, trügerische. Deswegen fordern wir die Radler auf darüber nachzudenken, wo sie besser fahren. Viele Hamburger Radwege sind in den 60ern und 70ern geplant worden und nach heutiger Erkenntnis nicht zu empfehlen: schlecht einsehbar, zu schmal und nicht geradlinig“. Alle Informationen, die rechtlichen Vorschriften und Verhaltenstipps gibt es auf der Kampagnen-Webseite www.hamburg.adfc.de/abaufdiestrasse. Eine Facebook-Seite ermöglicht Diskussionen.

Der ADFC appelliert aber auch an Verwaltung und Politik. Im November 2010 gab es ein grundlegendes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Radwege dürfen nur bei besonderer Gefahrenlage benutzungspflichtig sein. „In Hamburg müssen deswegen alle Benutzungspflichten schnell geprüft werden und bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben werden. Die Schilder müssen schnell weg! Außerdem brauchen wir mehr Radfahr- bzw. Schutzstreifen und Tempo-30, damit Räder und Autos im Mischverkehr sicher fahren können.“ fordert Merja Spott von Senat und Bezirken.

 

Kontakt:
Johanna Drescher, Leitung der Geschäftsstelle
Email: info@hamburg.adfc.de, Tel.: (040) 32 90 41 15

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