06.02.2006

ADFC an Senator Nagel: Keine Verpflichtung zum Tagesfahrlicht

Radfahrer und Fußgänger benötigen die ganze Aufmerksamkeit des Autofahrers.

ADFC-Landesvorsitzender Schütz bittet Senator Nagel, gegen die verpflichtende Einführung des Tagesfahrlicht zu stimmen. ADFC befürchtet durch Tagesfahrlicht zusätzliche Gefahren für Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer.

In einem Brief bittet Heiko Schütz, ADFC-Landesvorsitzender, Innensenator Udo Nagel gegen die verpflichtende Einführung des Tagesfahrlichtes zu stimmen. Im November rief der Innensenator Hamburgs Autofahrer auf, auch tagsüber Licht einzuschalten. Tagesfahrlicht erschwert die Wahrnehmung von Radfahrern, Fußgängern und Motorradfahrern. Tagesfahrlicht bietet keinen Schutz für Radfahrer bei der Hauptunfallursache mit Radverkehrsbeteiligung, dem Übersehen der Radfahrer beim Abbiegen und beim Queren der Radwege an Einfahrten.

Dazu Heiko Schütz: »Gerade an den Kreuzungen geschehen an Hamburgs Radwegen die meisten Unfälle – mit Kraftfahrzeugen. Hauptunfallursache der von Autofahrern verursachten Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung ist das Übersehen der Radler beim Abbiegen an Kreuzungen. Mit Tagesfahrlicht wird es zukünftig noch mehr verunglückte Radler zu beklagen geben, die von Autofahrern übersehen werden.«

Der ADFC sieht die Einführung des Tagesfahrlichts als wenig geeignet Unfallzahlen wirksam zu senken. Wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Unfällen wären aber:

  • Reduzierung der tatsächlichen Geschwindigkeiten insbesondere in Städten und Gemeinden (die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeuges entscheidet beim Unfall über die Schäden und die Überlebenschancen der Unfallgegner).
  • Einführung und Durchsetzung des Alkoholverbotes am Steuer.
  • Einführung und Durchsetzung des Telefonierverbots für Fahrzeuglenker
  • Einführung zusätzlicher Spiegel (z.B. DOBLI) für Lkw zur Reduzierung des toten Winkels.