Verkehr, Pressemitteilung, Reisen
08.02.2017

ADFC begrüßt Lückenschluss beim Elberadweg

erstellt von Stefanie Miczka
Engstelle am Schulberg

Elberadweg mal ganz schmal: Schiebestrecke in Hamburg

Die Unterbrechung des Elbe-Radwegs durch die Schiebestrecke in Övelgönne stellt eine Blockade für den Radverkehr und den Tourismus in Hamburg dar. Überfällig, dass an dieser für Radfahrer und Fußgänger unkomfortablen und unsicheren Stelle etwas getan wird.

Der 1260 Kilometer lange Elberadweg, der durch Hamburg führt, ist der beliebteste Fernradwanderweg Deutschlands. In Övelgönne (Bezirk Altona) müssen Radfahrer aber auf einer Strecke von etwa einem Kilometer schieben. »Das entspricht einem Zeitverlust von fast 15 Minuten«, sagt Stefanie Miczka, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg. Nicht nur berufstätige Pendler seien zunehmend genervt, wenn morgens und abends die Strecke frei, aber für den Radverkehr gesperrt ist. »Auch ;Radreisende mit Sack und Pack haben Schwierigkeiten durchzukommen, wenn sie beim Schieben soviel Platz wie zwei Fußgänger nebeneinander einnehmen«.

Der ADFC begrüßt daher die Planungen des Bezirks, einen Radweg am Elbstrand in Övelgönne zu bauen. »In Rissen, Blankenese, Nienstedten und Othmarschen funktioniert die gemeinsame Nutzung des Elberadwegs durch Fußgänger und Radfahrer seit langem«, weiß Miczka. „Selbst wenn der Elberadweg in Hamburg an einigen Tagen im Jahr wegen Hochwassers oder akuter Strand-Überfüllung nicht nutzbar sein sollte, so wird der Radweg an den übrigen 330 Tagen des Jahres eine entscheidende Verbesserung für Spaziergänger, Jogger, Anwohner wie Radfahrer bringen«. Eine Verkehrsentlastung und die bessere Radverkehrsanbindung würden gerade für die Anwohner des autofreien Övelgönnes große Verbesserungen bringen.

Viele Berufstätige sind auf das Fahrrad und eine attraktive, schnelle Verbindung in die Stadt angewiesen. Sie klagen über die unsoziale Verkehrspolitik, bei der die mit Abstand höchsten Geldbeträge für den Autoverkehr ausgegeben werden. Ebenfalls finden es viele Radfahrer, die aus den Elbvororten oder aus Wedel in die Innenstadt zur Arbeit wollen, unattraktiv, auf der parallel verlaufenden Elbchaussee zu fahren, solange sich dort morgens und abends eine Blechlawine entlang quält und die Luft von Abgasen gefüllt ist. Auch Radtouristen schreckt zudem der längere Anstieg zwischen Teufelsbrück und Parkstraße ab. Um die Elbchaussee für mehr Radfahrer attraktiver und (auch subjektiv) sicherer zu machen, sollte die Stadt über Tempo 30 und eigene Radverkehrsanlagen an den Engstellen nachdenken.

Miczka: »Angesichts der nicht durchgängig vorhandenen Radverkehrsverbindung am Elbradweg wundert es nicht, dass immer noch viele Elbvorortler in die Innenstadt oder Erholungssuchende an den Strand lieber mit dem Auto fahren.« Die Folge sei wachsender Kfz-Verkehr mit den bekannten Begleiterscheinungen: Lärm, Abgase, Unfälle und Stau auf den Straßen.

Hintergrund: Die Planung für den Radweg in Övelgönne läuft schon seit den 90er-Jahren. Als Ersatz für die 1 km lange Schiebestrecke ist lediglich ein 900 m langer Weg am Strand erforderlich. Der Radweg sollte ursprünglich direkt unterhalb der Mauer der Övelgönner Vorgärten verlaufen. Hierfür fehlte die überwiegende Unterstützung der privaten Eigentümer der Strandgrundstücke, welche 1 m bis 10 m und auf einer Gesamtlänge von etwa 150 m in den öffentlich genutzten Strand hineinragen. Die fehlende Bereitschaft der Strandgrundeigentümer zum Verkauf der von ihnen nicht genutzten Strandabschnitte führt jetzt dazu, dass der Radweg streckenweise bis zu 10 Meter weiter zum Elbestrom verlegt werden muss. In der Folge sind deutlich tiefere Fundamente erforderlich, was voraussichtlich zu einer Verdopplung der Kosten führen wird.


Pressefoto: ADFCHH_Oevelgoenne_Schulberg.jpg (6,5 MB)

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Pressekontakt

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Im Mai 2016 interviewte Benjamin Harders von der ADFC Bezirksgruppe Altona PassantInnen auf der Schiebestrecke. (Video)