Verkehr, Pressemitteilung
10.03.2015

ADFC begrüßt neues „Bündnis für Radverkehr“

erstellt von Dirk Lau, Merja Spott

Aufwind fürs Rad: Jetzt endlich auch in Hamburg. Foto: ADFC Hamburg.

ADFC begrüßt neues „Bündnis für Radverkehr“, fordert aber konkrete Bekenntnisse und Aussagen zur künftigen Radverkehrsförderung in Hamburg! Bei den noch laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen spielte der Radverkehr eine wichtige Rolle. Der ADFC wird das „Bündnis für Radverkehr“ und die angekündigten radverkehrspolitischen Maßnahmen, auf die sich beide Parteien jetzt offenbar geeinigt haben, daran messen, ob sich das Verkehrsklima und die Verkehrssicherheit in der Stadt tatsächlich bessern.

„Für Hamburgs Radfahrer ist es wichtig, dass SPD und Grüne bereits im Koalitionsvertrag konkrete Punkte festschreiben, wie Hamburg in den nächsten Monaten und Jahren fahrradfreundlicher werden soll“, sagt Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg. Wenn die Förderung des Radverkehrs den gleichen Stellenwert wie etwa der Wohnungsbau bekomme, sei das nur angemessen. Denn eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Verkehrsstruktur würde die Lebensqualität in Hamburg erheblich verbessern.

Jetzt sei die Chance da, Hamburg zur Fahrradstadt zu machen, sagt Spott und fordert:
1. Das Veloroutenkonzept muss bis 2020 fertig gestellt sein.

2. In der Fortschreibung der „Radverkehrsstrategie für Hamburg“ von 2015 müssen konkrete Ziele und klare Zeitvorgaben aufgenommen werden.

3. Bis 2020 müssen 20 Kreuzungen von Hauptstraßen (Beispiele: Stresemannstraße, Kieler Straße) nach modernen Sicherheitsstandards umgebaut werden: Die „Vision Zero“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gilt auch für Hamburgs Straßen!

4. Pro Jahr müssen 100 km Radfahr- und Schutzstreifen auf Hamburgs Hauptstraßen neu gebaut werden

5. Erhebliche Ausweitung von Tempo-30

Dass mehr Personal für Radverkehrsmaßnahmen eingestellt werde solle, begrüßt Spott. Auch die angekündigten 30 neuen StadtRAD-Stationen seien wichtig. „Aber nach dem ganz großen Wurf hört sich das alles noch nicht an“, so Spott. Das jetzt formulierte Ziel, in den 2020er-Jahren den Radverkehrsanteil in Hamburg auf 25% zu steigern, stelle nur eine Fortschreibung der Entwicklung der letzten Jahre mit verhaltenem Engagement dar. „Den Ehrgeiz, Hamburg zur Fahrradstadt wie Amsterdam oder Kopenhagen zu machen, erkennen wir da noch nicht“, so Spott.

Radverkehr fördern zu wollen, aber am sonstigen Verkehrsmittelangebot nicht großartig etwas zu ändern, passe auch nicht. „Ziel muss vielmehr sein, den Verkehrsraum neu aufzuteilen und ein neues Verständnis von Mobilität und Verkehr zu erreichen“. Der Umweltverbund insgesamt müsse gestärkt und ausgebaut werden, also neben dem Radverkehr auch ÖPNV, Fußverkehr und Carsharing-Angebote. „Die private Autonutzung sollte die Ausnahme im Stadtverkehr werden“, fordert Spott. Die jetzt angekündigten U-Bahn-Ausbaupläne von Rot/Grün erweckten allerdings den Eindruck, es sei ausreichend Geld vorhanden. „Bedenkt man, was nur einziger neuer U-Bahn-Kilometer kostet, dann ist der Umbau Hamburgs zur Fahrradstadt doch ein echtes Schnäppchen“, rechnet Spott vor.

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