Pressemitteilung
11.01.2008

ADFC begrüßt Radverkehrsstrategie für Hamburg

erstellt von Stefan Warda
ADFC begrüßt Radverkehrsstrategie für Hamburg

Neue Radverkehrsstrategie soll Hamburgs Radverkehr verbessern. ADFC sieht Chancen, aber auch Knackpunkte.

Der ADFC-Fahrradklimatest hatte Hamburg 2005 ein miserables Radverkehrssystem attestiert. Hamburg lag an letzter Stelle aller deutschen Großstädte. Das soll nun anders werden. Mit einer für Hamburg neuartigen Radverkehrsstrategie möchte der jetzige Senat bisherige Fehler scheinbar korrigieren. Ein Beratungsgremium mit Vertretern aller zuständigen Behörden, der in der Bürgerschaft vertretenen Parteien und wichtiger Verbände hatte neun Monate lang ein detailliertes Papier erarbeitet. Alle Bürgerschaftsparteien sind sich demnach einig den Radverkehrsanteil Hamburgs bis 2015 von 9% auf 18% zu erhöhen. Damit ist eindeutig klar, dass der Stellenwert des Radverkehrs sich zukünftig ändern soll.

Folgende Merkmale der Radverkehrsstrategie bewertet der ADFC positiv:

  • Fahrradverkehr wird als wichtiger Beitrag zu Klimaschutz, Gesundheitsförderung und Stadtentwicklung gesehen.
  • Es darf nur solche Radverkehrsanlagen geben, die hohen Ansprüchen an Sicherheit und Attraktivität genügen, deren Unterhalt und Pflege also auch gewährleistet ist.
  • Radfahrstreifen auf der Fahrbahn wird es laut Konzept häufiger geben, denn oft sind sie eine geeignete Möglichkeit, einen sicheren Weg für Radfahrer zu schaffen. Mischverkehr auf der Fahrbahn ist ebenfalls eine Lösung, mit der sich gleichberechtigte Verkehrsteilnahme für Radfahrer herstellen lässt.
  • An Ampelkreuzungen erhalten Radfahrer und Fußgänger zusammen mit dem parallelen Autoverkehr Grün, ohne dies anfordern zu müssen.
  • Gelder für den Radverkehr fließen mit hoher Priorität in den Ausbau und die Pflege von Velorouten sowie in solche Radverkehrsanlagen, die auch langfristig benutzungspflichtig bleiben werden.
  • Geld für den Radverkehr wird über mehrere Jahre kontinuierlich in nennenswerter Höhe zur Verfügung stehen; damit wird Planungssicherheit erreicht.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit für das Fahrrad als attraktives und gleichberechtigtes Verkehrsmittel wird ausgebaut. 

»Qualität statt Quantität, das soll Grundsatz für den zukünftigen Bau von Radverkehrsanlagen sein. Die jahrelang vom ADFC bemängelten billig hergestellten, gefährlichen Miniradwege sollen nun endgültig der Vergangenheit angehören. Der ADFC hofft, dass die Radverkehrsstrategie von allen Behördenvertretern bei zukünftigen Planungen und Entscheidungen beherzigt wird und Politiker in Bürgerschaft und Bezirksgremien dies ebenso mittragen. Nur dann kann das aufwendig abgestimmte Strategiepapier erfolgreich sein. Hamburg verdient schließlich einen besseren Radverkehr und sollte mit anderen Großstädten wie Berlin oder München wenigstens mithalten können«, so Stefan Warda vom ADFC Hamburg.