Pressemitteilung, Verkehr
08.02.2016

ADFC: »CDU hat beim Thema Verkehrssicherheit ideologische Scheuklappen auf«

erstellt von ADFC Hamburg

Der ADFC Hamburg fordert die CDU und Dennis Thering auf, ihre ideologischen Scheuklappen abzulegen und die wahren Ursachen für die erhöhten Unfallzahlen in Hamburg zu erkennen. »Auch die CDU weiß, dass die meisten Unfälle durch Autofahrer und deren überhöhte Geschwindigkeit verursacht werden«, so Dirk Lau, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Hamburg. »Aber vieles, was der Erhöhung der Verkehrssicherheit dienen könnte, wird von der CDU aus ideologischen Gründen abgelehnt.« Stattdessen nutzt sie das Thema, um scheinheilig für einseitige Verbesserungen für den Autoverkehr zu werben – auf Kosten der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern.

»Die CDU ist zu einer ewiggestrigen Verhinderungspartei geworden«, sagt Lau. Obwohl sehr häufig überhöhte Geschwindigkeit des Autoverkehrs Hauptunfallursache ist, ist die CDU gegen eine flächendeckende Beruhigung des Straßenverkehrs etwa durch Tempo 30. Obwohl die meisten Unfälle von Kindern auf den Straßen durch rücksichtsloses und sichtbehinderndes Falschparken von Autofahrern verursacht werden, lehnt die CDU konsequente Kontrollen und Parkraumbewirtschaftung ab. Obwohl Menschen auf Geh- und Radwegen immer wieder an Kreuzungen und Einmündungen zu Schaden kommen, fordert die CDU weder die Rücksichtnahme der Autofahrer ein noch den doppelten Schulterblick, der bei jedem Abbiegen Pflicht ist.

Obwohl er weiß, dass Radfahr- und Schutzstreifen deutlich sicherer sind als versteckt geführte Radwege abseits der Fahrbahn, behauptet Thering immer wieder das Gegenteil. »Warum er mit seinen polemischen, unverantwortlichen Aussagen die Gesundheit von Radfahrern aufs Spiel setzt, bleibt sein Geheimnis«, kritisiert Lau. Die Menschen in Hamburg würden dagegen schon jetzt weiter denken und zunehmend auf nachhaltige Verkehrsmittel wie Bahn, Bus, Carsharing, Rad und das Zufußgehen setzen.

Ginge es der CDU und Thering wirklich um die Verkehrssicherheit von Kindern und Radfahrern, müssten sie sich für folgende Maßnahmen stark machen, die sich in anderen Städten bewährt haben:

  • Kontrolle und strikte Verfolgung des sichtbehindernden Falschparkens und des Zweite-Reihe-Parkens
  • Schaffung von Querungsstellen in kurzen Abständen, die auch kinderfreundlich sind
  • Verlegung der Radwege auf die Fahrbahn, damit endlich hinlänglich breite Gehwege zur Verfügung stehen. Denn bis zum Alter von 8 Jahren dürfen Kinder nur dort Fahrrad fahren. Und für ältere Radfahrer und Fußgänger wird es auch sicherer.
  • Förderung von eigenständiger Kindermobilität durch die Schaffung von kinderfreundlichen und autoarmen Wegen zu den Orten, an denen Kinder lernen, spielen oder sich aufhalten.
  • Verbot von Elterntaxen vor Schulen und die Förderung von aktiven Schulwegen zu Fuß oder mit dem Rad
  • Flächendeckende Einführung von Tempo 30

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