Pressemitteilung, Verkehr
09.09.2015

ADFC fordert attraktive und sichere Radverkehrsbedingungen im Rugenfeld – Frau Pfaue, übernehmen Sie!

erstellt von ADFC Bezirksgruppe Altona

Im Zuge des Umbaus der Straße Rugenfeld in Osdorf will Verkehrssenator Frank Horch die Situation und Sicherheit für Radfahrende verbessern und Radfahrstreifen auf der Fahrbahn anlegen. Nach Protesten von Bezirkspolitikern und aus der Handelskammer, die alle vier Spuren für den Autoverkehr reservieren wollen, knickte seine Behörde jetzt aber ein. Am Montag präsentierte der zuständige Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer einen neuen Vorschlag für die Umgestaltung im Rugenfeld: »Entgegen der usprünglichen Planung soll jetzt nur noch auf der Ostseite der Straße ein Radstreifen markiert werden«, kritisiert Benjamin Harders, Sprecher der ADFC-Bezirksgruppe Altona.

Auf der Westseite soll ein neuer Radweg auf dem Bürgersteig eingerichtet werden und der Gehweg dafür an dieser Stelle komplett entfallen. Es müssten auch deutlich mehr Bäume gefällt werden, die Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung seien erheblich. »Der Senat hat sich aber im Koalitionsvertrag darauf verpflichtet, bei jeder Baumaßnahme die Interessen und technischen Mindeststandards für den Radverkehr zu berücksichtigen«, so Harders. Das fordert der ADFC jetzt auch im Rugenfeld. „Es ist schon bemerkenswert, welcher Aufwand bisweilen betrieben wird, damit motorisierter Individualverkehr weiterhin den größten Flächenverbrauch zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer aufweist“, so Harders.

Denn obwohl die Kfz-Verkehrsbelastung im Rugenfeld vergleichsweise niedrig sei und seit Jahren stagniere, gibt die Stadt jetzt den ideologischen Verkehrspolitikern der Autolobby nach. „Verkehrszählungen haben aber ergeben, dass die Belastung des Rugenfelds mit Kraftfahrzeugen geringer als zum Beispiel auf der Elbchaussee ist und zwei statt vier Fahrspuren für den Autoverkehr völlig ausreichen.“  Der ADFC fordert die neue Fahrradkoordinatorin Hamburgs auf, sich für eine gerechte Aufteilung des Straßenraums im Rugenfeld einzusetzen. „Wer möchte, dass sich mehr Menschen auf dem Rad durch die Stadt bewegen, muss für grundlegende Verbesserungen sorgen und Fahrräder in der Stadt willkommen heißen“, so Harders. »Frau Pfaue, bitte übernehmen Sie!«.