Pressemitteilung, Verkehr
26.02.2015

ADFC fordert klare Bekenntnisse zu mehr Radverkehrsförderung in den Koalitionsvereinbarungen!

erstellt von Merja Spott

SPD und Grüne beraten derzeit das Regierungsprogramm für die nächsten fünf Jahre. Der ADFC appelliert an die Verhandlungspartner, ihren Worten von vor der Wahl Taten folgen zu lassen und die nachhaltige Förderung des Radverkehrs im Koalitionsvertrag festzuschreiben.

Absichtserklärungen und Programme allein bringen Hamburgs Radverkehr nicht nach vorne: "Die Zeit ist reif für eine Wende in der Hamburger Verkehrspolitik! Es müssen jetzt konkrete Vorhaben und Schwerpunktsetzungen in der Verkehrspolitik geschehen, damit klar ist, wohin es in dieser Legislaturperiode geht“, sagt Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg, „Hamburgs Bürgerinnen und Bürger wollen umsteigen“.

Spott begrüßt es, dass Hamburg sich an Kopenhagen orientieren wolle. „Dann muss aber auch der finanzielle Rahmen stimmen. Kopenhagen investiert immerhin 20 Euro pro Einwohner und Jahr in den Ausbau des Radverkehrs, in Hamburg ist es bisher nur ein Bruchteil davon", sagt sie. Jüngste Forschungsergebnisse der Universität Kassel zeigen, dass der Radverkehr die Stadt gemessen an seinem Verkehrsanteil am wenigsten kostet. Obwohl externe Kosten wie Luftverschmutzung oder Lärm nicht betrachtet wurden, war der Autoverkehr in den untersuchten Städten bis zu zehnmal teurer als der Radverkehr.

"Wenn der Senat wirklich sparen und die Schuldenbremse einhalten will, muss er sich über die wahren Kosten des Verkehrs bewusst werden und endlich konsequent die Verkehrswende einleiten!", fordert Spott.

Die Rahmenbedingungen für eine „Fahrradstadt Hamburg“ passen: Das Stadtgebiet ist relativ flach, die meisten Distanzen sind mit dem Rad zu bewältigen und es gibt bereits eine ausgeprägte Fahrradszene. Der ADFC-Fahrradklimatest 2014 hat aber noch einmal gezeigt, wie unzufrieden Hamburgs Radfahrende mit der derzeitigen Situation sind. Gute Projekte der Stadt – wie das StadtRad – wurden dagegen auch sehr positiv bewertet. Das sollte sich die neue Regierung als Ansporn nehmen.

„Für Hamburgs Radfahrende ist es entscheidend, dass das Verkehrsklima entspannter und sicherer wird“, so Spott. Viele Radfahrende fühlten sich immer noch als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt und vom massiven Autoverkehr in die Defensive gedrängt. „Viele steigen deshalb gar nicht erst auf das Rad, die Potenziale für stadtverträglichere Mobilität und mehr Gesundheit verpuffen“, so Spott.

Hamburg kann von einer modernen, klimafreundlichen Verkehrspolitik, die vor allem die Belange der Radfahrenden, Fußgänger und ÖPNV-Nutzer berücksichtigt, nur profitieren. Anders als bislang darf nicht der Verkehrsfluss des Autoverkehrs Priorität haben, sondern die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer – Stichwort Tempo 30. Und um das Projekt „Fahrradstadt Hamburg“ jetzt auf den Weg zu bringen, müsse die Verwaltung mit deutlich mehr Finanzmitteln und Personal als bislang ausgestattet werden.

 

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