Pressemitteilung, Verkehr
23.03.2017

ADFC gegen Kopfsteinpflaster auf Velorouten

erstellt von Stefanie Miczka
steg Hamburg

Kopfsteinpflaster im Weidenstieg

Die Veloroute 2 soll in Eimsbüttel über den Weidenstieg und die Tornquiststraße geführt werden, die in weiten Teilen bisher Kopfsteinpflaster als Belag haben. Für den Fahrradclub steht Kopfsteinpflaster im Widerspruch zum Konzept der Velorouten. Eine fahrradfreundliche Umgestaltung der Straßen stößt bei einigen Anwohnern aber auf Widerstand. Heute stellt die Behörde ihren Vorentwurf für die neue Gestaltung der Straßen im Hamburg-Haus öffentlich vor.

»Zweck von Velorouten ist ja, dass Radfahrer sicher, komfortabel und zügig unterwegs sind“, so Stefanie Miczka, Verkehrsreferentin des ADFC Hamburg. »Auf Straßen mit Kopfsteinpflaster ist das nicht möglich, dieser Belag ist für Velorouten denkbar ungeeignet«, so Miczka. Viele Radfahrer meiden bislang im Weidenstieg die Fahrbahn und benutzen stattdessen den Gehweg. Velorouten, so die Idee, sollen aber im Alltagsverkehr bei jeder Witterung sicher befahrbar sein und damit das Fahrradfahren in Hamburg attraktiver machen. Der ADFC fordert von der Stadt, dass die Routen dann auch entsprechend ausgebaut werden müssen. »Wer es ernst meint mit der Fahrradstadt, der beachtet die Qualitätsstandards für Velorouten, welche Kopfsteinpflaster in jeglicher Form ausschließen«, so Miczka. »Diese Routen sind Hauptstrecken für den Radverkehr – bei Straßen, die für den Autoverkehr wichtig sind, macht die Stadt ja auch keine faulen Kompromisse.« Gegen Kopfsteinpflaster spräche nicht nur, dass es den Radverkehr behindert, sondern auch Kostenargumente. »Kopfsteinpflaster ist deutlich teurer als Asphalt, die Fahrgeräusche sind lauter und es ist nicht barrierefrei. Für Radfahrer, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren, Familien mit Kinderwagen und Fußgänger ist es nicht nur unangenehm, dieser Belag birgt auch deutlich mehr Unfallrisiken«, so Miczka.

Die Bedenken einiger Anwohner im Weidenstieg und in der Tornquiststraße, dass eine Asphaltierung zu einer erhöhten Geschwindigkeit des Autoverkehrs führen könnte, teilt der ADFC nicht. Miczka: »In der Lortzingstraße oder in der Hellbrookstraße, die im Zuge einer Umgestaltung asphaltiert wurden, ist das nicht eingetreten«.

Hintergrund:

Der Hamburger Senat möchte laut Koalitionsvertrag zwischen SPD und Grünen »bis zum Ende der Wahlperiode« ein 280 Kilometer langes Veloroutennetz fertigstellen. Zwölf sternförmig vom Rathausmarkt in die äußeren Stadtteile verlaufende Routen verbinden die Hamburger City mit den wichtigsten Zentren der Bezirke, und zwei Ringverbindungen erschließen die Wohngebiete der inneren und äußeren Stadt. Hamburg hat dafür ein stadtweites Veloroutenkonzept entwickelt, das schrittweise realisiert wird. Nachdem die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation im vergangenen Jahr die Routenverläufe festgelegt hat, geht es jetzt an den Ausbau.

 

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ADFC Online-Dossier Velorouten