Pressemitteilung, Verkehr
12.08.2016

ADFC kritisiert Olaf Scholz: Hamburg darf nicht in Lärm, Dreck und Stau ersticken

erstellt von Dirk Lau

Radfahrer auf der Max-Brauer-Allee

Eine gesunde Wirtschaft braucht gesunde und menschenfreundliche Lebensbedingungen in der Stadt!

»Wir fordern Olaf Scholz auf, endlich Ernst zu machen auf dem Weg zu einem lebenswerten Hamburg ohne Lärm und Dreck – dafür mit intelligenter Mobilität«, so Jens Deye vom ADFC Hamburg.

Im Abendblatt-Interview vom 6. August hatte Hamburgs Bürgermeister Fahrverbote für dreckige Dieselfahrzeuge als »unsozial« ausgeschlossen. Wenig später kündigte der HVV eine erneute Preiserhöhung an. »Das sind zwei weitere fatale Signale in die falsche Richtung«, so Deye, »Hamburg braucht aber eine Verkehrspolitik, bei der Fußgänger, Radfahrer und der öffentliche Nahverkehr Priorität genießen vor dem Autoverkehr, sowohl bei den Investitionen für Infrastruktur als auch bei der Verteilung des Platzes«.

Die immer noch steigenden Kfz-Zulassungszahlen in Hamburg sowie die permanente Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte von Lärm und Luftreinhaltung an vielen Hauptstraßen der Stadt würden die Notwendigkeit einer Verkehrswende belegen, so Deye. »Wer Hamburg zur Fahrradstadt machen will, darf nicht vor der Autolobby einknicken«.

Die Elemente eines zukunftsfähigen Verkehrskonzeptes für Hamburg liegen für den ADFC auf der Hand:

  • Deutlicher und unverzüglicher Ausbau eines emissionsarmen ÖPNV in Service und Kapazität sowie spürbare Senkung der Fahrpreise.

  • Durchgängiger Vorrang des ÖPNV auf den Straßen – nicht nur dort, wo er dem Individualverkehr nicht im Weg ist.

  • Ernsthafte Förderung des Radverkehrs durch durchgängige, sichere und komfortable Routen.

Es müssen endlich attraktive Anreize geschaffen werden, um die Bürger*innen Hamburgs zum Umsteigen aufs Rad und den ÖPNV zu bewegen. Nur so werden Fahrverbote für Dieselfahrzeuge gar nicht erst nötig und der notwendige Wirtschaftsverkehr kommt staufrei durch die Stadt.

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Pressefotos:
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