Pressemitteilung, Verkehr
04.04.2014

ADFC-Verkehrstipps: Das sollten Sie als Autofahrer wissen!

Bei guten Wetter ist in der Fahrradstraße am Falkensteiner Ufer kaum ein Durchkommen, weil sie durch PKW-Fahrer regelwidrig nicht nur von Anliegern genutzt wird.

Hilfe! Hamburg ist voller Fahrräder! Immer mehr Menschen steigen um aufs Rad, weil es in der Stadt am schnellsten ist, keine Parkplätze gibt und die Straßen von Autos verstopft sind. Für alle gestressten Autofahrer hat der ADFC daher die 5 wichtigsten Regeln aufgeschrieben, die sie bei der unvermeidlichen Begegnung mit Radfahrern beachten sollten, um Bußgelder zu vermeiden.

ADFC-Tipp Nr. 1: Überholen von Radfahrern
Autofahrer müssen beim Überholen ausreichend Seitenabstand einhalten. Die Rechtsprechung sieht 1,5 Meter Mindestabstand zu Radfahrern vor. Von LKWs, auf der Landstraße und beim Überholen von Kindern sollen sogar 2 Meter eingehalten werden. Der Sicherheitsabstand ist notwendig, weil Radfahrende jederzeit einem Schlagloch oder einer Autotür ausweichen könnten. Wird der Seitenabstand vorsätzlich deutlich unterschritten, kann auch eine Nötigung vorliegen und es wird ein Bußgeld von 30 € fällig. Radfahrer selbst sollten einen Abstand von knapp 1 Meter zum rechten Fahrbahnrand einhalten.

ADFC-Tipp Nr. 2: Parken im Straßenraum
Autofahrern ist das Halten und Parken auf Rad- und Gehwegen sowie den auf der Fahrbahn aufgezeichneten Radfahrstreifen verboten. Im Regelfall liegt sogar eine Behinderung vor, die 30 € kostet, etwa wenn Sie einen benutzungspflichtigen Radweg (blaues Schild mit Fahrradsymbol) zuparken.

ADFC-Tipp Nr. 3: Einbahnstraßen 
Die meisten Hamburger Einbahnstraßen sind für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben. Begegnen sich dort Auto und Fahrrad, gilt weiterhin gegenseitige Rücksichtnahme. In einer solchen Situation müssen die Verkehrsteilnehmer möglichst weit rechts und langsam aneinander vorbei fahren. Ein Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot kostet mit Behinderung 25 €. Fahren mit nicht angepasster Geschwindigkeit an unübersichtlichen Stellen kostet 100 €.

ADFC-Tipp Nr. 4:Fahrradstraßen
Fahrradstraßen heißen so, weil sie für Fahrräder sind, nicht für Autos. Immer mehr Straßen werden in Hamburg aufgrund ihrer Bedeutung für den Radverkehr zu Fahrradstraßen umgewidmet. Anlieger dürfen dort nur Auto fahren, wenn es ihnen durch ein Verkehrszeichen erlaubt ist. Anlieger ist, wer in der Straße wohnt oder eine dort wohnende Person oder ein Geschäft aufsucht. Autofahrer müssen sich der Geschwindigkeit des Radverkehrs anpassen. Radfahrer dürfen dort auch zu zweit nebeneinander fahren, wenn andere Fahrzeuge hinter ihnen fahren. Das verbotene Benutzen einer Fahrradstraße durch Autos und Motorräder kostet mit Behinderung 20 €.

ADFC-Tipp Nr. 5
Radfahren auf der Straße:  Fahrräder sind Fahrzeuge und müssen auf der Fahrbahn fahren (§ 2 StVO). Vorhandene Radwege auf dem Bürgersteig dürfen wahlweise benutzt werden. Wenn ein ausnahmsweise als benutzungspflichtig ausgewiesener Radweg wegen Hindernissen oder extrem schlechter Oberfläche nicht befahrbar ist, können Fahrräder entweder auf die Fahrbahn ausweichen oder auf dem Gehweg geschoben werden.  Studien haben gezeigt: Das Radfahren auf der Fahrbahn ist sicherer, weil Radfahrer rechtzeitig gesehen werden und an Einmündungen nicht so leicht in den Toten Winkel geraten.

Denken Sie daran: Jedes Fahrrad auf der Straße bedeutet ein Auto weniger in der Stadt, zügiges Fahren für alle, mehr Verkehrssicherheit und ein besseres Klima. Fahren Sie Rad!

- - - -
Pressekontakt
- - - -
Pressefoto: Fahrradstraße am Falkensteiner Ufer (jpg, 3,7 MB). Bildunterschrift: Bei guten Wetter ist in der Fahrradstraße am Falkensteiner Ufer kaum ein Durchkommen, weil sie durch PKW-Fahrer regelwidrig nicht nur von Anliegern genutzt wird. Die Nutzung ist für journalistische Berichterstattung zum Thema „Radverkehrsförderung“ bei Nennung der Quelle kostenfrei; die Bilddateien dürfen zur optischen Anpassung bearbeitet werden, eine bildinhaltliche Bearbeitung (z. B. digitale Retusche von Personen, Schriften und Gegenständen oder großflächiges Beschneiden des Motives) ist untersagt.