Pressemitteilung
16.09.2009

ADFC zum „Autofreien Sonntag“ am 20.09.2009

erstellt von Dirk

Zwei Kisten Wasser, zwei Kisten Bier – ein Rad (Foto: ADFC/Johannes Ruppel)

Wer „Mobilität von morgen“ will, muss heute den Radverkehr fördern – durch flächendeckende Anlage von Radfahrstreifen auf Fahrbahnen!

Hamburg hat den „6. Autofreien Sonntag“ am 20.09.2009 unter das Motto „Mobilität von morgen“ gestellt. Rund um den Dammtorbahnhof gibt es dazu auf einer „Eventmeile“ neben Segways und E-Bikes auch so genannte E-Cars zu bestaunen. Diese mit Strom betriebenen Autos gelten der Industrie und Teilen der Politik als zukunftsfähige Vehikel für den motorisierten Individualverkehr in Städten.

Der ADFC setzt dagegen auf emissionsfreie, smarte und ressourcensparende Mobilität – auf Mobilität, die Spaß macht, gesund ist und nahezu unendlich erneuerbar. Auf dem ADFC-Stand im Rahmen des „Autofreien Sonntags“ können die Hamburgerinnen und Hamburger miterleben, wie man mit ausgeschaltetem Motor, aber mit eingeschaltetem Kopf mobil ist. Am Beispiel von Lastenfahrrädern sehen sie unter anderem, wie viele Kästen Wasser und Bier sich auf zwei Rädern transportieren lassen

Der ADFC tritt für nachhaltige verkehrspolitische Lösungen in Hamburg ein, die den motorisierten Individualverkehr reduzieren und mehr Lebensqualität für alle schaffen. Konkret heißt das: Vorrangige Förderung und forcierter Ausbau des Radverkehrs sowie des öffentlichen Nahverkehrs!

Der ADFC fordert anlässlich des 6. Autofreien Sonntags Senat und BSU dazu auf, mehr Radfahrstreifen für Fahrradfahrer auf den Straßen zu ziehen und das Veloroutennetz auszubauen. Die Umsetzung der Radverkehrsstrategie für Hamburg enthält genügend großes Potenzial für die „Zukunft der Mobilität“ in unserer Stadt!

Mobilitätskonzepte von Autoherstellern berücksichtigen noch viel zu selten Erkenntnisse, unter denen der Stadtverkehr ressourcensparend und umweltfreundlich funktioniert. Alternative Antriebe und auch E-Cars sind Ausdruck eines verzweifelten Festhaltens an den Mobilitätskonzepten von gestern und des Hoffens auf technische Lösungen, damit die Menschen ihr Verhalten nicht ändern müssen. Denn E-Cars machen zwar weniger Krach und verpesten die Umwelt weniger als konventionelle Spritfresser, aber auch sie (ver)brauchen kostbare Energie und knappen Platz.

Und „wenn ihr ,Saft’ nicht aus erneuerbaren Energiequellen stammt, schaden sie dem Klima wie jedes andere Auto auch“, so Torsten Prinzlin vom ADFC-Vorstand. Zudem werde sich die Zahl der Unfälle zwischen motorisierten und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer kaum dadurch verringern, dass ab morgen Autos mit Strom statt mit Benzin auf Hamburgs Straßen fahren. Für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer stellten E-Cars eine unvermindert große Gefahr dar.