Pressemitteilung
24.04.2008

ADFC zum Unfall in der Wentorfer Straße: Parken auf und neben Radwegen hinderlich und oft lebensgefährlich für Radfahrer

erstellt von Frank Bokelmann
Äußerst gefährlich: Parkplätze neben dem Radweg (hier Maria-Louisen-Straße)

Äußerst gefährlich: Parkplätze neben dem Radweg (hier Maria-Louisen-Straße)

Nach Polizeiangaben stürzte am Dienstag in der Wentorfer Straße eine Radfahrerin vom Radweg auf die Fahrbahn und verletzte sich dabei schwer. Grund für den Sturz war der Zusammenstoß mit der unachtsam aufgestoßenen Tür eines falsch geparkten Kraftfahrzeugs.

Am 26. Oktober 2000 geschah ein ähnlicher Unfall, bei dem nach Zeitungsberichten die betroffene Radfahrerin das rechte Bein unterhalb des Knies verlor. Sie wurde nach dem Sturz von einem Lkw überrollt.

Zwar wurden die Radverkehrsführungen in der Wentorfer Straße (B 207) erst im vergangenen Jahr völlig überarbeitet und ein neuer Radweg in Richtung Mohnhof (bergab) gebaut. Gleichzeitig wurde der Radweg stadtauswärts aufgegeben. Auch entfielen die Parkplätze auf dem Gehweg neben dem Radweg. Das hat aber offensichtlich nicht ausgereicht. In Hamburg werden Kraftfahrzeuge oft illegal auf und neben Radwegen geparkt. Oftmals ist das Parken direkt neben dem Radweg auch erlaubt oder "wegen des hohen Parkdrucks" geduldet. Ein Unrechtsbewußtsein bei den Fahrzeugführern fehlt. Ähnliche Probleme gibt es deshalb zum Beispiel auch nach einer Grundinstandsetzung in der Sievekingsallee, im Erdkamspweg, der Maria-Louisen-Straße oder dem Hammer Steindamm.

Im Jahr 2003 versuchte der ADFC mit seiner Kampagne "Radweg oder Parkplatz" auch, Hamburgs Behördenmitarbeiter aufzurütteln. Einziges sichtbares Ergebnis war die Legalisierung des zuvor nur geduldeten Parkens neben dem benutzungspflichtigen (!) Radweg in Teilabschnitten der Behringstraße. Radfahrer können dort keinen ausreichenden Sicherheitsabstand zu den Kraftfahrzeugen einhalten. Damit wurde und wird in skandalöser Weise die Bequemlichkeit der Autofahrer über die Sicherheit des Radverkehrs gestellt.

In der Wentorfer Straße kommt hinzu, dass der Radweg bergab befahren wird und die Radfahrer dabei vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten erreichen. Auch an den Grundstückszufahrten können sich gefährliche Konflikte ergeben. Nach Ansicht des ADFC hätte man deshalb auf der Nordseite der Wentorfer Straße auf den Bau eines Radwegs verzichten müssen.

Die Polizei Hamburg reagiert falsch auf die Unfälle dieser Woche, wenn sie in einer Pressemitteilung ihre - im Grunde nicht zu beanstandenden - Aktionen gegen das Geisterradeln und das Radeln bei Rotlicht mit den letzten drei schweren Unfällen zwischen Kfz-Führern und Radfahrern in Zusammenhang bringt. In diesen Fällen haben nach Polizeiangaben die Kfz-Führer die Unfälle verursacht. Richtigerweise müsste daher gefährliches Fehlverhalten der Kfz-Führer, z.B. beim Parken bekämpft und nicht noch durch Legalisierung oder Duldung gefördert werden.