Pressemitteilung
12.08.2004

Aggressive Gastwirte behindern Radverkehr – Bezirksamt Mitte tatenlos

Der ADFC fordert benutzbare Radwege für Hamburg. Gastronomiebetriebe oder Geschäftsauslagen dürfen den Fußgänger- und Radverkehrs nicht beeinträchtigen. Alternativ muss die Benutzungspflicht für alle regelmäßig wegen Sommerterrassen, Gemüse- oder Blumenläden nicht benutzbaren Radwege aufgehoben werden.

Zur Hauptsaison des Radverkehrs sind in Hamburgs Geschäftsstraßen viele Radwege verstopft. Ursache sind Geschäfte und Gastronomiebetriebe, die ihr Inventar auf den Gehweg stellen und dabei teilweise den gesamten Gehweg blockieren. Fußgänger weichen unweigerlich auf den Radweg aus. Der Radverkehr ist dadurch erheblich beeinträchtigt.

Besonders gravierend ist die Situation im Bezirk Mitte. ADFC-Sprecher Stefan Warda: "In einigen Straßen fallen schon seit Jahren immer wieder die gleichen Geschäfte auf. Sie stellen den gesamten Gehweg mit ihrem Mobiliar zu und lassen Fußgängern keinen Raum. Wir haben den Eindruck, dass das Bezirksamt Mitte allzu gewerbefreundlich Genehmigungen für Sondernutzungen erteilt und kaum überwacht. Beschwerden scheinen dort in den Schubladen zu verschwinden. Die Straßenverkehrsbehörden aber verweisen an das Bezirksamt. Das ist ein Schildbürgerstreich."

In der Langen Reihe stellt ein Gastronomiebetrieb seit Frühjahr regelmäßig den gesamten Gehweg mit Tischen und Stühlen zu. Sonnenschirme überspannen auch noch den angrenzenden Radweg. Für Radler bliebt kein Platz. Der ADFC forderte die Straßenverkehrsbehörde mehrfach auf, den benutzungspflichtigen Radweg benutzbar zu halten. Monate lang passierte nichts. Nun soll die Benutzungspflicht aufgehoben werden.

Am Kreuzweg in St. Georg stellt ein Gemüsehändler seine Auslagen bis an den Radwegrand auf. Eine Markise mit einer Metallkante in Kopfhöhe der Radler reicht bis über den Radweg. Die Verkehrssicherheit für den benutzungspflichtigen Radweg ist eindeutig nicht mehr gewährleistet.

Am Hafenrand bei Vorsetzen stellt an einer unübersichtlichen Hausecke ein Restaurant mit Tischen und Stühlen den gesamten Gehweg zu. Passanten müssen über den schmalen benutzungspflichtigen Radweg um die Hausecke gehen und können mit entgegenkommenden Radlern zusammenstoßen.

Die Schanzenstraßenradwege sind auch benutzungspflichtig. Hier haben Radler Schwierigkeiten, sich einen Weg durch die vielen Fußgänger auf dem Radweg zu bahnen. Oftmals müssen sie absteigen. Die Straßenverkehrsbehörde lehnt es bislang immer noch ab, die Benutzungspflicht aufzuheben. Die Geschäftsinhaber versperren aber seit Jahren die Gehwege. Stefan Warda: "Hamburgs Politiker und Behörden gaukeln den Radfahrern immer wieder vor, dass Radwege aus Sicherheitsgründen notwendig seien. Andererseits treten sie nicht dafür ein, Radwege den Radlern benutzbar vorzuhalten.

Müssen Radler zum Überholen eines anderen Radlers auf Gehwege ausweichen, müssen Fußgänger bei Sommerterrassen auf die schmalen Radwege ausweichen. Konflikte zwischen Fußgängern und Radlern sind leider alltäglich und gewollt."