Fischkopps Kolumne
01.04.2011

Alle Ebbs sofort abschalten!

erstellt von Dirk Lau

StadtRAD und seine App

Freitag morgen, kurz vor halb Neun, StadtRAD-Station Christuskirche.

Mithilfe von derben Flüchen kann ich das Terminal, das zunächst auf meine Fingerberührungen abwehrend reagiert, doch noch dazu überreden, mir das StadtRAD mit der Nummer 7040 zu geben, um zum Dammtor zu kommen.

Auf den drei Metern zum Rad kreuzt ein Mann meinen Weg und tippt rasch auf das Display von 7040, in der freien Hand sein großes Mobiltelefon. »Hey, das hab’ ich doch gerade ausgeliehen ...«, protestiere ich höflich bzw. kurz vor'm In-die-Luft-Gehen. Er auch, schallt es prompt zurück. Die Ebb macht’s möglich.

Das saß.

Als vermutlich letzter Hamburger, der noch keinen Kreditvertrag mit einem Eifon-Anbieter abgeschlossen hat, hätte ich nun zu Fuß gehen dürfen, wenn’s nicht – der ehemals grünen BSU sei Dank – so viele StadtRÄDER gäbe. Nachsichtig und mit routinierter Geste überlässt der Eifoner mir nämlich die 7040 und verschwindet noch vor mir mit einem anderen Rad.

Die Fahrt zum Dammtorbahnhof versöhnt mich dann wieder ein wenig mit der Welt. Zwar nimmt mir auf der Schröderstiftsstraße ein rechts abbiegender 7,5-Tonner die Vorfahrt, aber vielleicht hörten die beiden Typen im Lkw noch, wie ich ihnen hinterherrief, dass die Augen im Straßenverkehr besser geöffnet sein sollten.

Vollends im Reinen mit meiner Radfahrerexistenz bin ich, als ich an den aufgestauten Stehfahrzeugen an der Verbindungsbahn vorbeirolle. Wenn die jetzt alle aufs Rad umsteigen würden, wäre das kleine Gefecht ums StadtRAD an diesem Morgen womöglich nicht so glimpflich-friedlich ausgegangen, denke ich.

Nur 20 Minuten zu früh stehe ich auf dem Bahnsteig, um das Verkehrsmittel zu wechseln.

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