Pressemitteilung, Verkehr
17.06.2016

Anwohner*innen und Umweltverbände fordern Tempo 30 in der Max-Brauer-Allee

Für Tempo 30 auf »Hamburgs dreckigster Straße« demonstrierte am Mittwochabend ein breites Bündnis von Hamburger Umwelt- und Verkehrsverbänden zusammen mit Anwohner*innen der Max-Brauer-Allee. ADFC, BUND, NABU und FUSS e.V. sowie Vertreter der Parteien Die Grünen und Die Linke und lokale Netzwerke schlossen sich dem Aufruf der Initiative »Tempo 30 auf der Max-Brauer-Allee« an.

»Der Senat ignoriert den Wunsch vieler Bürger*innen nach sicheren Verkehrsbedingungen und sauberer Luft«, sagt Jens Deye vom ADFC Hamburg. »Wir werden aber weiter auf die Straße gehen, um für mehr Tempo 30 in der Stadt zu kämpfen«.   

Die katastrophale Verkehrssituation und die miesen Lebensbedingungen in der schwer von Lärm, Abgasen und Unfällen belasteten Max-Brauer-Allee brachten trotz Regen und Unwetterwarnung rund 200 Teilnehmer*innen auf die Straße. Mit Transparenten, Bannern und Sprechchören forderten die Demonstrant*innen die Stadt auf, endlich die Gesetze und Vorordnungen zur Luftreinhaltung zu beachten und Maßnahmen zum Schutz der Menschen umzusetzen. Bürgermeister Olaf Scholz, der sich Geschwindigkeitsbegrenzungen gegenüber stets kritisch geäußert hat, wurde dabei heftig kritisiert.

Hintergrund: Die Stadt Hamburg verstößt seit Jahren gegen die gesetzliche Grenzwerte für Luftreinhaltung und Lärm. Selbst Gerichte Verurteilten die Stadt im Fall der Max-Brauer-Alle bereits zum Handeln,
passiert ist bisher nichts! Die Stadt sucht sich immer neue Ausreden um keine Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umzusetzen. Anwohner*innen gründeten daher die Initiative »Tempo 30 auf der Max-Brauer-Allee« und meldeten die Demonstration an. Neben den Umweltverbänden mobilisierten auch die lokalen Initiativen »Altonaer Manifest« und »anna elbe«.

Aktuell stehen die Chancen, Tempo  30 umzusetzen besonders gut. Just am Tag der Demonstration beschloss die Bundesregierung, die Anordnung von Tempo 30 zu vereinfachen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dazu: "Wir schaffen jetzt den Rechtsrahmen, damit die Straßenverkehrsbehörden
ohne größere bürokratische Hürden Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten
auch an Hauptverkehrsstraßen anordnen können."

Höchste Zeit also, dass Hamburg handelt, Senat und Innebehörde Ihre ablehnende Haltung aufgeben und Hamburgs Strassen sicherer, sauberer und leiser machen. Letztlich schneller und flüssiger liefe der Verkehr bei Tempo 30 übrigens auch. Denn gegen Dauerstau und Verstopfung helfen Geschwindigkeitsreduzierungen, weil sie zu gleichmäßigerem Verkehrsfluss führen. Und wenn die Menschen sich als Radfahrer und Fußgänger im Verkehr sicherer fühlen, verzichten sie auch häufiger auf Ihr Auto.

Anwohner*innen, die sich selbst für Tempo30 vor ihrer Haustür einbringen möchten, finden beim ADFC einen Leitfaden oder können per e-Mail unter: laeuft@hamburg.adfc.de:
hamburg.adfc.de/verkehr/themen-a-z/tempo-30/laeuft/selbst-aktiv-werden-tempo-30-fordern-bei-laerm-und-luftverschmutzung/

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Weitere Informationen zur Kampagne "Läuft!": http://hamburg.adfc.de/laeuft/
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Video zur Situation an der Max-Brauer-Allee: https://vimeo.com/170197378
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Pressefoto: Demonstration_MaxBrauerAllee.jpg (3,1 MB), http://hamburg.adfc.de/fileadmin/redaktion/Presse/Pressematerial/2016/DemonstrationMaxBrauerAllee.jpg.
Copyright: ADFC Hamburg/Georg Sommer
Bildunterschrift: »Mit Transparenten, Bannern und Sprechchören forderten die Demonstrant*innen die Stadt auf, endlich die Gesetze und Vorordnungen zur Luftreinhaltung zu beachten«