Pressemitteilung, Verkehr
16.09.2010

Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen: Letzter Platz für Hamburg

erstellt von Johanna Drescher

Hamburg schneidet laut polizeilicher Kriminalstatistik für 2009 beim Diebstahl von Fahrrädern richtig schlecht ab. In der Hansestadt werden nicht nur wesentlich mehr Räder gestohlen als im Bundesdurchschnitt, auch bei der Aufklärungsquote belegt Hamburg mit 3,9 Prozent den letzten Platz unter den Bundesländern.

In ganz Deutschland wurden im letzten Jahr 345.347 Räder im Wert von 124 Millionen Euro gestohlen. Das sind immerhin 421 gestohlene Räder pro 100.000 Einwohner, in Hamburg liegt diese Quote sogar bei 732. Die tatsächliche Anzahl ist vermutlich aufgrund der Dunkelziffer wesentlich größer als die 12.980 gemeldeten Diebstähle.

Das Risiko, sein Rad am Abstellplatz nicht wieder zufinden, ist in Bremen am höchsten und im Saarland am geringsten. Die größten Chancen, ein gestohlenes Rad wieder zu bekommen, haben die Einwohner von Sachsen-Anhalt – dort werden immerhin 16 % der Fälle aufgeklärt.

Um sich vor Diebstahl zu schützen, können Radliebhaber einiges tun. So war jedes vierte, als gestohlen gemeldete Fahrrad 2009 ungesichert abgestellt. Billige Schlösser hindern Diebe kaum. Sicheren Diebstahlschutz bieten nur hochwertige Schlösser, die es ab etwa 60 Euro gibt. Am sichersten sind Bügelschlösser, aber auch gute Panzerkabel und Kettenschlösser sind empfehlenswert. Eine Codierung schreckt Diebe ab und erleichtert das Wiederfinden.

Auch wer sein Rad nur ab-, aber nicht mit dem Rahmen an einem festen Gegenstand anschließt, macht es zur leichten Beute. Hier hat Hamburg den Handlungsbedarf erkannt und im Jahr 2009 500.000 Euro in sein 1000-Bügel-Programm investiert – eine Maßnahme, die der ADFC begrüßt. Bisher wurden allerdings erst 135.000 Euro für sichere Abstellanlagen ausgegeben. Da muss die Stadt mehr tun, fordert der ADFC.

Noch besseren Schutz als Fahrradbügel bieten Parkhäuser für Räder, die auch vor Wind und Wetter schützen. In der Hansestadt gibt es davon gerade angesichts der hohen Diebstahl- und geringen Aufklärungsquote viel zu wenige. Bisher parken Räder nur in der Radstation Dammtor-Rotherbaum im eigenen Parkhaus. In Kürze eröffnet außerdem ein Radparkhaus am Bergedorfer Bahnhof.