Fischkopps Kolumne
25.03.2011

Autofahrer sind auch nur Radfahrer

erstellt von Ulf Dietze

Egomanenperspektive

»Das tägliche Chaos in der Stadt verursachen aber die vielen Egomanen unter den Autofahrern, die glauben, sie würden Zeit gewinnen, wenn sie in die Kreuzungen fahren und diese blockieren.«

Das sagt Matthias Schmitting, Sprecher des Hamburger ADAC, dem Abendblatt.

Nun sind wir vom ADFC ja schon lange überzeugt, dass es unter uns Radfahrenden unverschämte Typen gibt. Wir meinen nicht jene, die nur zum Vergnügen auf der Fahrbahn fahren, weil es ihnen Spaß macht, sich an den gestauten Blechkisten vorbeizuschlängeln. Wir meinen auch nicht solche, die sich bei roten Ampeln vor die Autofahrer setzen, um dann schneller weg zu kommen.

Wir finden eher nervig solche, die bei Dunkelheit ohne Licht oder auf der falschen Seite fahren oder sich allgemein rücksichtslos gegenüber anderen verhalten. Das muss nicht sein.

Darum sagen wir: Weder im Auto noch auf dem Rad gibt es auschließlich Gutmenschen und »Kavaliere der Straße«. Jedes Verkehrsmittel hat seine schwarzen Schafe. Wir sind alles »nur« Menschen. Das wäre ein guter Ansatz, um irgendwann mal mit der Autolobby über wirkliche Ursachen von Verkehrsgefährdung zu sprechen. Es muss doch möglich sein, sich ernsthaft darüber auszutauschen, wie Unfälle vermieden werden können, ohne dabei immer eine »Schuld« beim anderen zu suchen.

Sich als Menschen zu respektieren könnte schon viel dazu beitragen, Fehler des anderen zu tolerieren und weniger aggressiv miteinander umzugehen. Was wir nicht brauchen ist tierreichentlehntes Revierverhalten und ein stets erhobener Zeigefinger.