Verkehr
11.02.2011

Behörde sieht Erfolge beim Radverkehr

erstellt von Ak Verkehr/Online-Redaktion
Fortschrittsbericht 2010 zur Radverkehrsstrategie

Fortschrittsbericht mit Anlagen: Einiges ist erreicht – viel, viel bleibt noch zu tun.

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) veröffentlichte jetzt den »Fortschrittsbericht 2010« zur Radverkehrsstrategie für Hamburg. Als eine wichtige Maßnahme sieht sie eine personelle Aufstockung der für den Radverkehr zuständigen Abteilung.

Ebenfalls positiv bewertet die BSU den vermehrten Einsatz von Radfahrstreifen, die Radwegbrücke auf der Veloroute durch den Hafen, eine deutlich aufgestockte Zahl an Fahrradabstellbügeln und das Fahrradverleihsystem StadtRAD.

Die Behörden und Verbände des Fahrradforums sind sich einig, dass die Fortschritte noch nicht ausreichen. Insbesondere die Zahl der Behördenmitarbeiter, die sich um Fragen des Radverkehrs kümmern, entspricht noch lange nicht dem Stellenwert, den auch die Politiker in ihren Reden dem Fahrrad immer wieder zumessen.

Weitere Kritikpunkte des ADFC: Die Aufhebung der rechtlich unhaltbaren Radwegbenutzungspflichten auf vielen Straßen Hamburgs geht nur schleppend voran. Die Behörde muss hier mit Nachdruck dafür sorgen, dass die Umprogrammierung der Ampeln schneller voran geht. Auch der Ausbau der Velorouten dauert dem Verein viel zu lange.

Bei der Freigabe von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung gibt es zwischen den einzelnen Polizeikommissariaten Hamburgs große Unterschiede. Einige Kommissariate haben nahezu jede Einbahnstraße freigegeben. Andere verstehen noch nicht einmal, dass eine Einbahnstraße eine rechtlich nicht zulässige Beschränkung des Verkehrsmittels Fahrrad darstellt, solange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, die Fahrt in der Gegenrichtung zu ermöglichen. Der ADFC sieht gerade im Bereich der straßenverkehrsbehördlichen Abteilungen in den Kommissariaten noch ein großes Wissensdefizit und viel Fortbildungsbedarf.

Positiv zu bewerten ist, dass es mittlerweile in einigen Bereichen nennenswerte Fortschritte gibt: Radfahrstreifen, Fahrradstraßen, kleine Kreisverkehrsplätze und fahrradfreundliche Lösungen an Knotenpunkten entsprechen nun häufiger dem »Stand der Technik«. Widerstand kommt leider nach wie vor aus den Bezirken, bei denen die Idee vom modernen Radverkehr, das Wissen um sichere Verkehrsplanung oder gar die Idee einer wirklichen Radverkehrsförderung noch nicht angekommen sind. Mancher Bezirkspolitiker argumentiert nach Ansicht des ADFC mit erschreckender Unwissenheit gegenüber Belangen des Radverkehrs.

Fazit des ADFC: Es gibt gute Ansätze. Die Maßnahmen müssten aber schneller umgesetzt werden und dafür wäre u. a. die Vergrößerung der für den Radverkehr zuständigen Abteilung notwendig. Bei der Behörde für Inneres sieht der ADFC noch wenige Anzeichen für ein Umdenken. Hier sind grundlegende Erkenntnisse darüber, dass Fahrräder Verkehrsmittel sind und darüber, wie man Radverkehr rechtlich und planungstechnisch korrekt berücksichtigt, noch nicht angekommen.

Links

Themenseite Radverkehrsstrategie des ADFC
Pressemitteilung der BSU zum Fortschrittsbericht