Pressemitteilung, Verkehr
04.05.2016

Bezirke müssen Bürgerbeteiligung endlich ernst nehmen!

adfc hh/Nicolai Berger

Walddörferstraße: Der Straßenraum ist autoorientiert gestaltet und hat geringe Aufenthaltsqualität. So macht es wenig Freude, hier zu flanieren und die Geschäfte zu besuchen

Ob Papenhuder Straße, Klosterstern oder Walddörferstraße – bei öffentlichen Diskussionen zu Baumaßnahmen und Verkehrsplanungen der Stadt geht es oft hoch her. Unterm Strich gerät das Ziel, die beste Lösung zu finden, und damit das große Ganze leicht aus dem Blick. Stattdessen fühlt sich oft nur das lauteste Einzelinteresse als »Sieger« solcher Veranstaltungen.

"Immer wieder melden uns Radfahrende, dass ihre Bedürfnisse auf Veranstaltungen und Anhörungen der Bezirke nicht ernst genommen werden«, kritisiert Susanne Elfferding, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Hamburg. Stattdessen werde einigen Wenigen, die sich lautstark und massiv für ihre Partikularinteressen einsetzten, eine Bühne geboten. So geschehen zuletzt bei der Anhörung zur Walddörferstraße, wo die Gewerbetreibenden und ihre Anwälte dafür sorgten, dass der eigentliche Zweck der Veranstaltung – ein gemeinsames Nachdenken über eine Umgestaltung des Straßenraums – schnell vergessen wurde. »Das ist völlig unverständlich, denn vom Radverkehr profitieren alle: Die Gewerbetreibenden, die nicht mehr im Stau stehen, der Einzelhandel durch treue Fahrradkunden aus der Umgebung und die Anwohner durch weniger Lärm und Abgase«. Die Bezirke müssten daher ihre Aufgabe endlich ernst nehmen und »die Bürgerbeteiligung vom Kopf auf die Füße stellen.«, so Elfferding.

Der ADFC fordert, dass die Veranstaltungen in Zukunft so durchgeführt werden, dass konstruktive Lösungen möglich werden. »Zu einem angemessenen Rahmen, der die Bürger ernst nimmt, gehört eine neutrale externe Moderation mit einem gut gefüllten Methodenkoffer«, sagt Elfferding. Denn nur durch einen solchen neutralen Rahmen könne eine konstruktive Atmosphäre geschaffen werden, in der alle nach Lösungen suchen. Klare Gesprächsregeln zu Redezeiten und das Verbot von Buhrufen und Pöbeleien sind für einen respektvollen Umgang selbstverständlich. Und natürlich müsse eine Abstimmung zwischen den Fachbehörden vor der Veranstaltung dafür sorgen, dass den Bürgern realistische Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und zwischenbehördliche Querelen nicht öffentlich ausgetragen werden.

Pressefotos zur Walddörfer Straße
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