Verkehr
14.10.2016

Bezirksversammlung will Tempo30 für den Eppendorfer Weg

erstellt von Johanna Drescher

Durchgangstraße mit hohem Verkehrsaufkommen und Flaniermeile mit Läden, Restaurants und zahlreichen Kindergärten zugleich: der Eppendorfer Weg.

Am gestrigen Donnerstag stimmte die Bezirksversammlung Eimsbüttel bei nur einer Enthaltung für Tempo 30 im Eppendorfer Weg. Den Antrag stellte die Linke. An der Straßenstrecke befinden sich 18 Kitas, Kinder- und Jungendeinrichtungen. Bevor die Schilder aufgestellt werden, müssen allerdings nocht Verkehrsbehörde und Polizei zustimmen. Die waren bisher mit dem Hinweis auf den motorisierten Durchgangs- und Wirtschaftsverkehr dagegen. 

Dazu erklärt Peter Gutzeit, Abgeordneter der Linksfraktion Eimsbüttel: „Gerade die vergangenen Tage haben in Hamburg gezeigt, dass unsere Straßen endlich entschleunigt werden müssen. Menschen, die in Ballungszentren wohnen und leben, haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Gerade der Eppendorfer Weg, als längste Ladenstraße Hamburgs, ist dafür prädestiniert, Leben, Wohnen und Einkaufen, wieder in einer menschenwürdigen Umgebung zu ermöglichen. Ein paar Sekunden Zeitersparnis, Stress-und Rücksichtslosigkeit im Verkehr, dürfen nicht zum Tod oder schweren Verletzungen führen. Auch müssen entsprechende Techniken an LKW endlich zur Pflicht werden, die das Fahren dieser Fahrzeuge in der Stadt gefahrloser machen. Das Ziel in Hamburg muss heißen: auf allen Straßen in Wohngebieten Tempo 30.“

Der ADFC setzt sich derzeit mit seiner Kampagne "Läuft!" genauso wie zahlreiche Anwohnerinitiativen für mehr Tempo30 in Hamburg ein. Andreas Tintemann ist als Vertreter der Bürgerinitiative für den Eppendorfer Weg auf Parteienvertreter und Abgeordnete in der Bezirksversammlung zugegangen. Der Eppendorfer Weg als Nebenstrecke zum Ring 2 führt an zahlreichen Schulen und Kindergärten vorbei und hat mit seinem historischen Baubestand als Wohngebiet und den die Straße säumenden Geschäften und Cafés ein ganz eigenes Flair. Zudem wandelt sich die Straße zu einer angesagten Flaniermeile mit hoher Aufenthaltsqualität. Die umliegenden Straßen sind größtenteils schon Tempo 30. Leider ist das motorisierte Verkehrsaufkommen insgesamt sehr hoch, der Fahrraum durch wild parkende PKW in zweiter Reihe verengt. Überdurchschnittlich viele Unfälle, darunter auch schwere, sind die Folgen.