Verkehr, Fischkopps Kolumne
16.05.2013

Borsteler Chaussee, Papenreye: Benutzungspflicht heimlich verschwunden

erstellt von Lutz Räbsch, Ulf Dietze
Auf diesem schmalen Radweg mussten Radfahrende bisher fahren. Nun dürfen sie auf die Fahrbahn.

Auf diesem schmalen Radweg mussten Radfahrende bisher fahren. Nun dürfen sie auf die Fahrbahn.

Kreuzung Borsteler Chaussee/Papenreye: Im Januar 2013 noch benutzungspflichtig (in beide Fahrtrichtungen!)

Kreuzung Borsteler Chaussee/Papenreye: Im Januar 2013 noch benutzungspflichtig (in beide Fahrtrichtungen!)

Mai 2013: Verkehrszeichen 237 (Radweg) ist verschwunden.

Mai 2013: Verkehrszeichen 237 (Radweg) ist verschwunden.

Vor der Kreuzung Deelböge: Benutzungspflicht besteht weiterhin

Vor der Kreuzung Deelböge: Benutzungspflicht besteht weiterhin

Der Radwegzwang entfällt in weiteren Straßen doch die Knoten bleiben benutzungspflichtig. Offensive Öffentlichkeitsarbeit wäre nötig, findet jedoch nicht statt.

Nachdem unlängst die Radwegebenutzungspflicht in der Papenreye (Niendorf/Groß-Borstel) aufgehoben wurde, ist nun auch in der Borsteler Chaussee die Fahrbahn für den Radverkehr freigegeben. Leider beginnt aber in Fahrtrichtung Stadtpark unmittelbar vor dem großen Kreuzungsbereich Deelböge/Tarpenbekstraße die Benutzungspflicht wieder. Anstatt geradeaus auf der Fahrbahn über die Kreuzung zu fahren, müssen Radfahrende weiterhin über die verschwenkte Radverkehrsführung mit deren üblichen Nachteilen einschließlich der kürzeren Grünphasen an der Ampel fahren.

Mit Verkehrssicherheit hat der Zwang, im Knotenpunkt die Radwege zu benutzen, nichts zu tun. Hintergrund ist lediglich, dass mit kürzeren Räumzeiten mehr Kraftfahrzeuge pro Zeiteinheit durch die Kreuzung geschleust werden können. Die Benutzungspflicht aus diesem Grund aufrecht zu erhalten, ist rechtlich nicht zu halten.

In den Medien war bislang nichts darüber zu finden, dass ab sofort Radfahrende in Papenreye und Borsteler Chaussee auf der Fahrbahn fahren. Nur wer stets darauf achtet, ob das blaue Radwegschild noch steht, konnte es bemerken. Man ist fast geneigt zu vermuten, dass es den Behörden recht wäre, wenn alle RadlerInnen weiterhin auf dem (nun nicht mehr benutzungspflichtigen) Radweg fahren würden ...

Als Beitrag für ein gutes Verkehrsklima sollte Öffentlichkeitsarbeit bei solchen Maßnahmen aber eigentlich zum Standard gehören.