Pressemitteilung, Verkehr
15.04.2015

Dem Stau davonfahren – mit dem Rad!

erstellt von Merja Spott, Dirk Lau

„Fahrradstadt Hamburg?!“

Der ADFC Hamburg begrüßt die Pläne des neuen Senats, Hamburg zur Fahrradstadt nach dem Vorbild von Kopenhagen und Amsterdam umbauen zu wollen. „Damit ergreift die Hansestadt endlich die Chancen moderner Nahmobilität – weg vom Auto, hin zu klimafreundlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn und Fahrrad“, freut sich Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg. Profitieren würden davon nicht nur die Radfahrenden, die schon jetzt auf Hamburgs Straßen unterwegs sind, sondern alle Menschen in der Stadt: durch weniger Staus, bessere Luft, mehr Urbanität und mehr Sicherheit im Straßenverkehr!

"Die Maßnahmen, die im Koalitionsvertrag genannt werden, weisen in die richtige Richtung“, so Spott. „Jetzt muss man abwarten, ob und wie sie tatsächlich umgesetzt werden. Denn um die Verkehrswende zu schaffen und den Radverkehr massiv auszubauen, bedarf es des Engagements aller Akteure im Senat, in den Bezirken und in der Verwaltung!“ Auf das neue „Bündnis für Radverkehr“, das durch weitere Fachleute im Radverkehrsbereich unterstützt werden soll, warte also viel Arbeit. Auch die Ankündigung, die Verwaltung so zu restrukturieren, dass Projekte reibungsloser umgesetzt werden können, und ihr erweiterte Kompetenzen bei der Bekämpfung von Falschparkern zu geben, seien gute Nachrichten. Denn die Verkehrswende hin zur Fahrradstadt ist nur zu schaffen, wenn dem Autoverkehr Platz und damit Attraktivität genommen wird.

„Entscheidend ist, ob die neue Regierung wirklich den Mut findet, dem Radverkehr mehr Raum zu geben. Vorfahrt für Velorouten und Radschnellwege wären nicht zuletzt ein starker Reiz für viele stressgeplagte Autofahrer, auf das smarte und gesündere Verkehrsmittel Fahrrad umzusteigen“. Wichtig sei auch, dass Radverkehr einer der Investitionsschwerpunkte des neuen Senats werden soll. „Endlich bekommen Fuß- und Radverkehr die ihnen zustehenden Mittel“, so Spott.

Das größte Manko des Koalitionsvertrags ist für Spott allerdings die Tatsache, dass die „Radverkehrsstrategie für Hamburg“, die 2015 ausläuft, mit keinem Wort erwähnt werde. „Dabei wäre es gerade wichtig, konkret zu planen, wie das Ziel eines Radverkehrsanteils von 25 % erreicht werden soll“. Angesichts des desolaten Radwegenetzes in Hamburg und dem immer noch vom massiven Autoverkehr dominierten Verkehrsklima sei es fraglich, ob 50 km neue Radverkehrsanlagen pro Jahr auch wirklich ausreichen. Ein Programm wie die Radverkehrsstrategie biete sich da als wirkungsvolles Instrument an, in dem die einzelnen Maßnahmen transparent und nach Prioritäten geordnet aufgeführt werden. Damit würde sie den gemeinsamen Bemühungen aller Akteure einen Rahmen und Leitfaden geben. „Ein Ansatz, der sich in anderen Städten bewährt hat“, weiß Spott.

„Alles in allem stimmt der Koalitionsvertrag jedoch hoffnungsfroh“, zeigt sich Spott zuversichtlich. „Wir fordern die Koalitionspartner auf, die Verkehrswende mit Mut und Engagement umzusetzen.“ Der ADFC werde selbstverständlich dabei auch weiterhin mit der Expertise der Radfahrenden vor Ort helfen. „Genauso selbstverständlich werden wir aber den neuen Senat an dem Tempo und der Ernsthaftigkeit messen, mit der er Hamburg zur Fahrradstadt umbaut“.

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