Fischkopps Kolumne
23.12.2011

Die Klebemasse, deren Namen wir nicht aussprechen

erstellt von Ulf Dietze

Der Online-Redakteur ist heute erstaunt. Eine Klebe möchte nicht mit ADFC-Aktivitäten verwechselt werden und bittet daher um Unterlassung der Namensnennung dieses Stoffs. Muss man das verstehen?

Da fordern wir als ADFC zum Beispiel die Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer auch in der Gegenrichtung. Mal ernst: Tut soetwas eine Klebe? Oder der Nabu setzt sich für den Igel-Schutz ein. Kann man als Leser auf die Idee kommen, die selbe Forderung sei von einer Klebetube gekommen? Es gibt tatsächlich Menschen, die das glauben. Und deshalb dürfen die Verbände ihren abgekürzten Initiativen-Namen nicht mehr verwenden, da er dann identisch mit dem der Klebe ist.

Um welchen Klebstoff es sich handelt, soll hier gar nicht verraten werden. Jedenfalls hat die Umwelthauptstadt Hamburg Umweltverbände Initiative, die sich gerne als "Erster-Buchstabe-der-ersten-drei-Wörter"-Initiative abkürzt, ein Schreiben der Klebeanwälte erhalten. Wegen akuter Verwechslungsgefahr von Logo und Bezeichnung der Initiative mit dieser schon aus Kinderbastelzeiten bekannten Festmachpaste soll alles, was bei dem Zusammenschluss der Ökoverbände an diesen Klebstoffnamen erinnert, verschwinden.

Der Online-Redakteur folgt der Vereinbarung der Umweltverbände-Initiative mit den Adhäsionsfachfirmenfachanwälten und photoshopt die Vögelchen und die Dreibuchstabenabkürzung in allen Download-PDFs grau über. Und die Texte werden jeweils um drei Buchstaben und einen Bindestrich gekürzt.

In der Hoffnung, dass dann alle wieder ruhig schlafen können und nichts kleben bleibt.