Verkehr
30.01.2015

Eindeutiges Ergebnis beim ADFC-Wahlcheck

erstellt von Merja Spott

Grüne und Linke gewinnen! ADFC-Ehrenamtliche auf Rädern zeigen die Ergebnisse des Wahlchecks

Grüne und LINKE am fahrradfreundlichsten! Vor der Wahl am 15. Februar 2015 fühlte der ADFC allen bisher in der Bürgerschaft vertretenen Parteien auf den Zahn. Wie halten sie es mit dem Radverkehr und was wollen sie für Hamburgs Radfahrende in der nächsten Legislaturperiode erreichen. Ergebnisse und Auswertung der großen ADFC-Umfrage wurden auf einer Pressekonferenz am Freitag präsentiert.

 

Immer mehr Menschen steigen in Hamburg aufs Rad, nicht nur in ihrer Freizeit, sondern vor allem auch im Alltagsverkehr. Das hat auch die Politik bemerkt: Der Radverkehr ist eines der heiß umkämpften Themen im Wahlkampf. Alle Parteien geben sich fahrradfreundlich. Aber wie ernst ist es ihnen wirklich? Der ADFC fragte das mit konkreten Wahlprüfsteinen ab.

„Das Ergebnis ist enttäuschend“, so Merja Spott, Referentin für Verkehr, „denn nur zwei Parteien wollen sich für den Radverkehr so einsetzen, wie es sich der ADFC wünscht: Grüne und LINKE“. Bei den anderen Parteien, insbesondere der SPD, sind die vermeintlichen Liebeserklärungen ans Fahrrad scheinbar leider doch oft nur Lippenbekenntnisse.

Noch nicht einmal die Velorouten, die schon seit 1997 in der Planung sind, wollen CDU, SPD und FDP bis 2020 fertig stellen. "Bürgermeister Scholz, CDU und FDP sind sich in dem Glauben einig, dass Hamburg sich fahrradfreundlicher, verkehrssicherer und attraktiver machen ließe, ohne den massiven Auto- und Wirtschaftsverkehr in der Stadt zu reglementieren. „Den Radverkehr ausbauen, ohne dem Auto Platz wegzunehmen? Wie soll das gehen?“, fragt Spott und fordert Ehrlichkeit und Mut in der Diskussion um die Frage, wie wir uns zukünftig in der Stadt bewegen wollen. Ein modernes Verkehrskonzept für Hamburg, das konsequent auf klimafreundliche, stadt- und menschengerechte Mobilität setze, ließe sich bei der regierenden SPD nicht erkennen. Aber: „Immerhin zeigt sich die SPD im ADFC-Wahlcheck offen, was die Einrichtung weiterer Fahrradstraßen angeht“, so Spott. Es jedoch allen recht machen zu wollen, führe nur zu Lösungen, mit denen niemand so richtig warm wird.

Deutlich werde auch, dass außer Grünen und LINKEN noch immer nicht alle Verkehrspolitiker verstanden hätten, dass es bei der Radverkehrsförderung nicht nur um Sanierung von Radwegen oder der Anlage von Radfahrstreifen geht. Parkraumbewirtschaftung, Verkehrsberuhigung und Temporeduzierungen sind nach Ansicht des ADFC ebenso wichtige Maßnahmen, um das Verkehrssystem sicherer für die Menschen und damit auch fahrradfreundlicher zu machen.

„Der ADFC-Wahlcheck verstärkt so den Eindruck, dass die Aktivitäten der SPD in Sachen Radverkehr in den letzten Monaten doch vor allem auch Wahlkampf waren. Im Sinne eines fahrradfreundlichen Hamburgs ist daher nur zu hoffen, dass Olaf Scholz in der nächsten Wahlperiode nicht mehr allein das Sagen hat, sondern einen Partner erhält, der ihn endlich aufs Rad setzt.

Wahlprüfsteine
Pressebilder zu den Wahlprüfsteinen

Pressekontakt:
Merja Spott, Referentin für Verkehr
Tel.: (040) 32 90 41 15
E-Mail: merja.spott@hamburg.adfc.de