Pressemitteilung
26.06.2006

Ende des polizeilich verordneten Geisterradelns in der Bahrenfelder Chaussee

Erfolg für den ADFC: Polizei erlaubt in der Bahrenfelder Chaussee Radeln auf der Fahrbahn.

Die Bahrenfelder Chaussee sieht für den Laien aus wie eine übliche Hamburger Ausfallstraße. Doch für Radfahrer ist sie etwas besonderes. Sie hat nur einen Radweg auf einer Straßenseite von überwiegend nur 80 cm Breite in Richtung stadtauswärts. Der Verlauf des schmalen Radweges ist leider auch nicht weit einsehbar. Bis vor wenigen Wochen sollten Radfahrer diesen Radweg in beide Richtungen benutzen. Doch normale Fahrradlenker sind 65 cm breit, Radler konnten sich also auf dem Radweg nicht begegnen. Die Polizei zwang Radfahrer also zu etwas verbotenem. Entweder fuhren Radler zum Ausweichen auf den Gehweg, oder aber sie schoben die gesamte Straße. Zudem mussten Radler einen Umweg fahren mit hohem Zeitverlust durch den Straßenseitenwechsel. Lange Zeit hatte die Polizei kein Einsehen, doch nun wurde auf der anderen Seite stadteinwärts das Radeln auf der Fahrbahn erlaubt. Neu ist für Autofahrer, dass sie nun vollkommen legal mit Radfahrern auf der Fahrbahn rechnen und sich entsprechend verhalten müssen. Nichts ungewöhnliches in Altona, denn auch in der Palmaille, der Elbchaussee oder der neugestalteten großen Kreuzung am Altonaer Rathaus bei der Klopstockstraße müssen Radler auf die Fahrbahn, weil es dort keine Radverkehrsanlagen geben soll.

Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Hamburg, begrüßt das Einlenken der Polizei: »Wir sind froh, dass die Polizei in der Bahrenfelder Chaussee keine Kunststücke mehr verlangt, die Radfahrer nicht erfüllen konnten. Der Zweirichtungsverkehr auf dem 80 cm breitem Radweg war nicht möglich. Radfahrer, die solche Radwege vorfinden, sehen kein Unrechtsbewusstsein, wenn sie sich auch anderswo nicht mehr an Verkehrsregeln halten. Mit der alten Lösung hatte die Polizei Radfahrer zum illegalen Geisterradeln erzogen. Geisterradeln ist eine der Hauptursachen für Unfälle mit Radfahrern. Daher fordert der ADFC für Hamburg Radwege immer auf beiden Seiten einer Straße oder lieber auf Radwege zu verzichten.«

Noch gibt es aber immer noch weitere Straßen mit Radwegen, die Radfahrer in beide Richtungen benutzen sollen, aber auf denen Radfahrer sich nicht begegnen können. Der ADFC fordert schon seit langem, diese Radwege zu ändern. Damit gäbe es weniger Unfälle, weniger Geisterradler und weniger Verdruss bei Radfahrern und Fußgängern.