Verkehr
09.01.2015

Fahrrad statt Elektromobilität!

erstellt von Susanne Elfferding

Foto: Fotolia_guukaa

Laut Deutschlandfunk sieht das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie die Bemühungen der Bundesrepublik um mehr Elektromobilität überaus kritisch: Sie wird unsere Mobilitätsprobleme auch in Zukunft nicht lösen. Prof. Uwe Scheidewind, Präsident des Forschungsinstituts: "Was ganz zentral ist, dass wir den Anteil an automobilem Individualverkehr ganz erheblich zurückfahren.

Wir brauchen ein Hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln, zu stärkerem Rad- und Fußverkehr in den Städten." Das Wuppertal-Institut stellt die Argumentation explizit von dem Kopf auf die Füße: Erst muss die chronische Verstopfung in unseren Städten beseitigt werden, dann können wir uns überlegen wie die verbleibenden Autos umweltfreundlich angetrieben werden.

Das lässt sich so 1:1 auf Hamburg übertragen. Statt Geld und Energie in die Förderung der Elektromobilität (die in Hamburg immer Automobilität bedeutet) zu stecken, täte der Senat gut daran, am Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr nicht nur halbherzig herumzuflicken. Der große Wurf lässt nach wie vor auf sich warten.

Vor allem wenn man bedenkt, dass Elektromobilität schon heute vor allem Fahrradmobilität bedeutet. Laut ZIV wurden allein 2013 bundesweit 410.000 Pedelecs verkauft, schon 2012 gab es mehr als 1 Million Pedelecs auf Deutschlands Straßen. Laut Wuppertal-Institut gibt es Ende 2014 jedoch nur 13.000 Elektroautos bundesweit.

Wo bleibt also die Infrastruktur für die Elektromobilität, die heute schon gelebt wird? Velorouten und Radschnellwege lassen auf sich warten. Und ein Netz von Ladestationen ist in Hamburg nur für Elektroautos im Gespräch. Es ist höchste Zeit, umzudenken!

Weitere Informationen
Bericht im Deutschlandfunk über Umweltbelastung durch Elektro- und Hybridautos und den dringenden Rat zum Umsteigen