Pressemitteilung, Verkehr
27.06.2013

Fahrradstation Dammtor-Rotherbaum vor dem Aus?

erstellt von Merja Spott
Fahradstation Dammtor Rotherbaum

Fahradstation Dammtor Rotherbaum

Die Universität hat die Pläne des Betreibers, der einfal GmbH, abgelehnt, mithilfe eines so genannten Cycle Cafés den Erhalt der Fahrradstation Dammtor-Rotherbaum zu sichern. Nun droht diesem fahrradfreundlichen Vorzeigeprojekt das Aus, ohne dass die Stadt bislang Handlungsbedarf sieht. „Damit aber würde eine wichtige Institution der Hamburger Fahrradszene wegfallen“, kritisiert Merja Spott, Referentin für Verkehr des ADFC Hamburg.

Seit 2004 ist die Fahrradstation in der Schlüterstraße ein zentraler Anlaufpunkt für alle, die in Hamburg mit dem Rad unterwegs sind. Sie ist Rad-Parkhaus, Selbsthilfewerkstatt, Fahrradladen und -verleih in Einem. Von 2005 bis 2011 waren im Bereich der Selbsthilfewerkstatt und des Parkhauses Ein-Euro-Jobber tätig, die auf diesem Weg der Aufnahme einer ungeförderten Beschäftigung näher kamen. Nach dem Wegfall der Ein-Euro-Jobber legte der Betreiber 2012 ein neues Konzept vor: Die Station soll um ein Cycle Café erweitert werden – eine Idee, die ursprünglich aus England stammt, wo durch Cafés in Fahrradwerkstätten neue Treffpunkte für Radfahrer entstanden. Mit den Einnahmen aus diesem Café sollen die Selbsthilfewerkstatt und das bewachte Fahrradparkhaus finanziert werden, die ansonsten allein nicht wirtschaftlich zu betreiben seien.

Die Ablehnung dieses Konzepts durch die Universität zeige wieder einmal, welch geringen Stellenwert die Radverkehrsförderung in Hamburg habe, sagt Spott. „Auf die Chance, Teile der Fahrradstation anders zu nutzen, scheint die an Gebäuden knappe Universität nur gewartet zu haben“. Fahrräder und der Service rund ums Rad seien den Verantwortlichen offenbar so unwichtig, dass die Station einfach mal so abgewickelt werde. Die Universität vergäbe damit die Chance, sich als Hochschule zu profilieren, der die umweltfreundliche, nichtmotorisierte Mobilität ihrer Studenten und Mitarbeiter wichtig sei.

Noch ist allerdings nicht geklärt, ob die Umwidmung von Teilen der Fahrradstation überhaupt zulässig ist. Ihr Bau wurde 2003/04 von der damaligen BSU finanziert, und normalerweise dürfen von Steuergeldern finanzierte Projekte nicht einfach für andere Zwecke (etwa für Kinderbetreuung, wie es die Universität plant) genutzt werden.

Der ADFC fordert die zuständigen Behörden auf, sich für den Erhalt dieses beispielhaften Projekts der Radverkehrsförderung in Hamburg einzusetzen. Gemeinsam mit den Betreibern der Fahrradstation müsse nach Lösungen gesucht werden, um sowohl den Umbau zum Cycle Café zu ermöglichen als auch die Situation der Kinderbetreuung an der Universität zu verbessern. Beide Vorhaben sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.