26.07.2007

Fünf Jahre Einsatz zur Rettung eines Radweges

erstellt von Stefan Warda

Fünf Jahre setzte sich der ADFC für einen benutzbaren Radweg in der Hoheluftchaussee ein. Nun endlich veranlasste die Straßenverkehrsbehörde Poller gegen die notorischen Falschparker.

Zugeparkte Radwege nerven Hamburgs Radfahrer. 2003 erhielt Hamburg beim ADFC-Fahrradklimatest für zugeparkte Radwege die Note 5,64, 2005 immer noch die Note 5,37, die schlechtesten aller Einzelbewertungen für Hamburg. Der ADFC versucht daher schon lange, diesen Missstand zu verändern. Seit 2002 bemängelte Stefan Warda vom ADFC bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde den dauerhaft zugeparkten benutzungspflichtigen Radweg in der Hoheluftchaussee in der Nähe des Postamts. Jeden Tag parkten dort Autos schräg über dem Radweg. Der vorhandene Kantstein zwischen Parkplatz und Radweg war den Autofahrern nicht deutlich genug als Signal, den Radverkehr nicht zu behindern. Radfahrer mussten dadurch auf die stark befahrene Fahrbahn ausweichen, da der Radweg unbenutzbar war. Die Mehrzahl der Radfahrer jedoch quetschte sich zwischen den zahlreichen Fußgängern auf dem Gehweg hindurch, sehr zum Ärger der Passanten.

2003 startete der ADFC Hamburg die Kampagne »Radweg oder Parkplatz«, um u.a. auf das Problem zugeparkter Radwege aufmerksam zu machen. Auch auf die Hoheluftchaussee wurde hingewiesen. Doch die Behörden reagierten nicht. Der ADFC wandte sich schließlich an die Aufsichtsbehörde der örtlichen Straßenverkehrsbehörde, die Verkehrsdirektion, und sogar an die Behörde für Inneres, an die Bezirkspolitiker und an das Bezirksamt. Die Straßenverkehrsbehörde argumentierte mal, sie hätte kein Personal den Radweg regelmäßig zu überwachen, mal aber auch, sie würde den Radweg regelmäßig überwachen und es gäbe keine Falschparker. Schließlich erwogen die Ordnungshüter sogar, das Falschparken zu legalisieren und den Radverkehr trotz der vielen Passanten vor den Geschäften in der Nähe von Isemarkt, der U-Bahnstation und einer Schule auf den engen Gehweg neben dem Radweg zu verbannen. Vor wenigen Tagen wurden nun aber Poller gesetzt.

Stefan Warda vom ADFC: »Das Beispiel Hoheluftchaussee ist typisch für Hamburg. Zunächst wird über Jahre das Falschparken auf Radwegen von der Polizei geduldet. Dann wird nach einigen Jahren des Falschparkens argumentiert, die Autos können nicht abgeschleppt werden, weil es keine Ersatzparkplätze für die Falschparker gäbe. In vielen Fällen wird dann das jahrelang geduldete Falschparken legalisiert, der Radweg zum Parkplatz. Radfahrer und Fußgänger haben dann mal wieder ein Stück Fläche im Straßenraum verloren. Dieser hamburgische Teufelskreis wurde in der Hoheluftchaussee endlich überwunden und der Radweg konnte glücklicherweise gerettet werden.