Verkehr
22.03.2016

Hamburg strebt »Bündnis für den Radverkehr« an

erstellt von ADFC Hamburg

Um den Radverkehr zu fördern, schmiedet die Freie und Hansestadt Hamburg ein verwaltungsinternes »Bündnis für den Radverkehr«. Dazu wurde unter Beteiligung zahlreicher Verwaltungsbereiche und den sieben Bezirken der Entwurf für eine Vereinbarung entwickelt. Inhaltlich beschäftigt sich das Papier mit den drei Grundbausteinen der Radverkehrsförderung: Infrastruktur, Service und Kommunikation.

Im Bereich Infrastruktur liegt der Schwerpunkt auf die stadtweiten Velorouten, die eine Gesamtlänge von etwa 280 Kilometern aufweisen. Die Velorouten sollen bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im Jahr 2020 fertiggestellt werden. Heute sind lediglich 80 der 280 Kilometer im endgültigen Zustand, auf den restlichen 200 Kilometern ist die Befahrbarkeit wesentlich zu verbessern. Verdichtet wird das Netz durch bezirkliche Fahrradrouten, von denen auf das gesamte Stadtgebiet verteilt jährlich 50 km ausgebaut werden sollen.

Das Papier definiert zudem Grundsätze. Straßenbaumaßnahmen sollen mindestens entsprechend der Regeln der Technik umgestaltet werden. Weiter heißt es: »Es sollen Radverkehrsführungen zum Einsatz kommen, die sicheres, zügiges und komfortables Fahren ermöglichen. Wo immer es sinnvoll und möglich ist, sollen Radfahrstreifen oder Schutzstreifen zum Einsatz kommen. Weiterhin erforderliche Radwege sollen saniert, d. h. baulich instandgesetzt und in Bezug auf Linienführung, Breite oder Oberfläche an die aktuellen Anforderungen angepasst werden.«

Die Radwegebenutzungspflicht wird zukünftig nur noch dort angeordnet, wo es entsprechend der StVO und der Rechtsprechung zulässig ist. Weitere Einbahnstraßen werden für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben. Das Projekt »Radschnellwege in der Metropolregion Hamburg« wird unterstützt, die Umsetzung soll in der kommenden Legislaturperiode erfolgen. Auch das Thema Fahrradparken wird weiter angegangen. Dazu sollen u. a. an den Fernbahnhöfen Fahrradstationen bzw. Fahrradparkhäuser entstehen. Der Winterdienst und die Reinigung sollen verstärkt werden. Ein Kommunikationskampagne wird für den Radverkehr werben.

Der Entwurf wird nun in den politischen Ausschüssen der Bezirke diskutiert. Bis zum 15. Mai haben die Bezirksversammlungen Zeit, Stellung zu nehmen. Anschließend ist die Finalisierung des Textes und die Unterzeichnung durch den Ersten Bürgermeister, die/den Senatoren/innen, die/den Bezirksamtsleitern/innen und die/den Vorsitzenden der Bezirksversammlungen vorgesehen.

Der Entwurf steht unter anderem auf der Internetseite des Sitzungsdienstes des Bezirks Altona zur Verfügung: Dazu unter https://sitzungsdienst-altona.hamburg.de/bi/allris.net.asp nach der Drucksache 2114 suchen.