Pressemitteilung, Verkehr
26.10.2010

Hamburgs „Masterplan Klimaschutz“ nur durch deutlich weniger Autoverkehr realisierbar!

erstellt von Johanna Drescher / Dirk Lau

Hamburgs Klimaschutzziele sind ambitioniert: Bis zum Jahr 2020 will die Stadt laut dem „Basisgutachten zum Masterplan Klimaschutz für Hamburg“ ihre CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 verringern.

Um statt 17,9 Mio. Tonnen nur noch 10,7 Mio. Tonnen CO2 zu produzieren, muss der private Pkw-Verkehr massiv eingeschränkt und klimafreundliche und zukunftsfähige Verkehrsmittel wie das Rad und der öffentliche Nahverkehr (OPNV) konsequent gefördert werden.

„Neben den Gebäuden nimmt der Verkehrsbereich eine zentrale Rolle beim Klimaschutz ein“, sagt Kirsten Pfaue, Hamburger Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Bei den städtischen Mobilitätsangeboten kann eine Metropole wie Hamburg sofort Maßnahmen zur CO2-Reduzierung ergreifen, indem sie dafür sorgt, dass von vornherein weniger CO2-intensiver Verkehr entsteht.

„Bei einem Gesamtvolumen im Hamburger Personenverkehr von 9 Mrd. Kilometer bedeuten 550 Mio. Kilometer, die statt mit dem Pkw per Rad zurückgelegt werden, 100.000 Tonnen weniger CO2. Anders gesagt: Hätten wir in Hamburg einen Radverkehrsanteil von 20 %, würden wir 327.000 Tonnen CO2 vermeiden“, rechnet Pfaue vor. Zurzeit werden nur etwa 12 Prozent aller Strecken in Hamburg mit dem Rad bewältigt. Wer es Ernst meint mit dem Klimaschutz, fährt Rad und fördert den Radverkehr.

Ganz aktuell ließe sich Hamburgs Radverkehr durch einige konkrete Sofort-maßnahmen attraktiver machen: „Weitere Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende freigeben, widerrechtlich bestehende Radwegebenutzungspflichten dagegen schleunigst abbauen“, appelliert Pfaue an die Hamburger Polizei. Auch der im schwarz-grünen Koalitionsvertrag beschlossene Versuch der Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen ohne Sperrzeiten dürfe nicht länger vertagt werden.

Pkw-Verkehr zerstört die Umwelt, frisst knappen städtischen Raum, macht Lärm und schlechte Luft. Seine sozialen und gesundheitlichen Kosten sind eine Bürde für zukünftige Generationen. „Im Sinne der Hamburger Klimaschutzziele müssen daher der Pkw-Verkehr und die dafür bereitgestellten Mittel drastisch reduziert werden“, fordert Pfaue. Und wer steigende Fahrgastzahlen im ÖPNV will, muss auch in leistungsfähige Verkehrsträger investieren. Eine Bahn kann mehr Menschen aufnehmen als ein Bus, verbraucht weniger Energie und macht keinen Dreck. „Die Stadtbahn steht einer Umwelthauptstadt Hamburg gut zu Gesicht!“, meint Pfaue.

 

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