Verkehr, Pressemitteilung
17.03.2015

Hamburgs Verkehrsbehörde bremst Radverkehr aus!

erstellt von Dirk Lau

Zweite-Reihe-Parker in der Sierichstraße lassen kaum mehr Platz für Radfahrer.

ADFC Hamburg unterstützt den Antrag des Regionalausschusses Nord und fordert beidseitige Radfahrstreifen auf der Sierichstraße. Hamburg soll sich dank eines neuen "Bündnisses für Radverkehr" in den nächsten Jahren zur Fahrradstadt entwickeln. "Durch gezielte Fahrradförderung und Nutzung von Pedelecs werden immer längere Strecken mit dem Rad zurückgelegt", sagt Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg.

 

Es sei daher zu begrüßen und notwendig, dass wichtige Verkehrsachsen in Hamburg fahrradfreundlich gestaltet werden. Dazu zählt als Nord-Süd-Verbindung östlich der Alster auch die Sierichstraße. Radfahren sei dort aber durch den Richtungsverkehr, Zweite-Reihe-Parkende und fast durchgängige Geschwindigkeitsüberschreitungen des KFZ-Verkehrs immer noch ein Wagnis, befand jetzt der Regionalausschuss Nord und bat die Verkehrsbehörde um Prüfung, inwieweit Radfahr- oder Schutzstreifen die Situation verbessern würde. Doch die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf, da der Kfz-Verkehrsfluss und das hohe Autoaufkommen in der Sierichstraße oberste Priorität habe. Auf die Zweispurigkeit könne auch nicht verzichtet werden, heißt es aus der Behörde.

"Die klare Ablehnung der Behörde, sich damit überhaupt zu befassen, lässt jeden aufhorchen, der sich für ein fahrradfreundliches Hamburg einsetzt", so Spott. Zwar werde jetzt viel von Fahrradförderung geredet und zum Beispiel endlich eine Vervollständigung des Veloroutennetzes in Aussicht gestellt. Aber in der Praxis setze die Stadt immer noch möglichen Einschränkungen des Autoverkehrs sofort klare Grenzen.

Dabei ließe sich die Sierichstraße, beobachtet Spott, wegen der Zweite-Reihe-Parker schon jetzt nur in Ausnahmen überhaupt zweispurig befahren. Bereits morgens parke dort Lieferverkehr, aber auch langfristig abgestellte Fahrzeuge, erkennbar an der "falschen" Richtung, seien keine Seltenheit. "Beidseitige Radfahrstreifen in der Sierichstraße stellen daher für den Radverkehr eine ganz klare Verbesserung dar", so Spott. Diese würden eine Nutzbarkeit in beide Richtungen sicherstellen und einen bislang ungeahnten Komfort für Hamburgs Radfahrer mit sich bringen. Aber auch Autofahrer könnten dann auf ihrer Spur entspannter fahren und müssten nicht ständig ausweichen. Alternativ seien der Wegfall des Richtungswechsels und Schutzstreifen oder auch eine Freigabe als Zweirichtungsstraße mit Tempo 30 denkbar. Damit wäre das Fahren für Radfahrer im Mischverkehr auf der Fahrbahn wesentlich entspannter, da sich bei einer solchen Lösung die Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer besser anpassen würden.  "Wir werden die Fahrradfreundlichkeit des neuen Senats natürlich daran messen, ob er sich in solchen konkreten Fragen für oder gegen die Förderung des Radverkehrs entscheidet", sagt Spott. 

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