Verkehr
16.02.2016

Heimfelder Straße: Weniger ist mehr

erstellt von ADFC Hamburg, Bezirksgruppe Harburg

Eine innenstadtnahe Straße mit dichtem Baumbestand, viel gründerzeitlicher Wohnbebauung und eigener S-Bahnstation - wer würde da nicht wohnen wollen? Wäre da nicht die völlig veraltete Verkehrsführung. Der jetzt geplante Umbau geht in die richtige Richtung.

Nachdem bereits 2012 in einem Teil der Heimfelder Straße in Harburg die gefährlichen Radwege zurückgebaut wurden, soll dies nun auch am S-Bahnhof Heimfeld passieren. Anfangs rief dies damals noch Proteste auf den Plan, doch inzwischen sieht man immer mehr Räder auf der Fahrbahn. »Die alten Radwege sind höchstens was für das Museum« sagt Frank Schmoll von der Bezirksgruppe Harburg. »Sie sind viel zu schmal und direkt in der Türöffnungszone von parkenden Autos. Und gerade Beifahrer achten wenig auf den Verkehr, wenn sie die Türen öffnen. Auch Fußgänger haben mit den alten Radwegen viel zu wenig Platz.« Die Verbesserung für das Fahrradparken, die durch den Umbau möglich wird, ist hingegen nicht zu unterschätzen. Der Bahnhof wird jetzt für Fahrradpendler viel attraktiver.

Das Gefühl der Sicherheit ist auf alten Radwegen trügerisch: Hier lauern an allen Kreuzungen und Einmündungen Gefahren, teilweise auch an Grundstückszufahrten. Radfahrer, die versteckt hinter parkenden Autos und Bäume geführt werden, sind häufig Opfer von Unfällen. Denn viele Autofahrer biegen ab, ohne genug auf Radfahrer zu achten. Besonders schwer sind solche Unfälle mit Lkws.

Im Bereich der südlichen S-Bahn-Zugangs werden zudem die Konflikte zwischen Fahrgästen und Radfahrern gelöst. Bisher überquerten viele aussteigende S-Bahn-Nutzer unachtsam den Radweg, den sie auch nicht einsehen konnten, ohne sich umzudrehen. Immer wieder gab es deshalb an dieser Stelle Konflikte. Gleichzeitig soll das Fahrradparken am S-Bahnhof verbessert werden. 184 Stellplätze sollen entstehen, davon 24 in zwei Fahrradsammelgaragen.

»Ein Gehweg soll in einer Straße wie der Heimfelder auf beiden Straßenseiten vorhanden sein und je 3m breit sein. Ein Radweg muss mindestens 1,60m breit sein.« zitiert Schmoll die bundesweit geltenden Regelwerke: »Nur dann können Radfahrer und Fußgänger sicher geführt werden«. Da das in der Heimfelder Straße aufgrund der Bäume nicht möglich ist, können die Gefahrenpunkte nur entschärft werden, indem der Radverkehr gut sichtbar für die Autofahrer auf der Straße geführt wird.

Aus der Sicht des ADFC wäre die Straße, in deren direktem Umfeld Schulen und Pflegeeinrichtungen liegen, prädestiniert für ein Tempolimit von 30km/h. Das würde nicht nur den Wünschen vieler Anwohner entsprechen, sondern die Straße lebenswerter machen und die eigenständige Mobilität von Kindern und Senioren unterstützen.