Pressemitteilung
27.05.2005

In der Schanzenstraße ist Radeln auf der Fahrbahn jetzt legal

erstellt von Stefan Warda
Schanzenstraße (Foto Stefan Warda)

ADFC protestierte zehn Jahre wegen chaotischer Zustände für Radfahrer in der Schanzenstraße. Die Polizei lässt Radfahrer nun auf die Fahrbahn.

10 Jahre protestierte der ADFC kontinuierlich wegen der chaotischen Verhältnisse auf den Radwegen in der Schanzenstraße. Nun ist eine Wende eingetreten. Die Polizei erlaubt neuerdings das Radfahren auf der Fahrbahn. Ursache dauernder Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern sind die Sommerterrassen der Gastronomen und Geschäftsauslagen auf dem dafür zu schmalen Bürgersteig. Weil die Gehwege übermäßig mit Tischen, Stühlen oder Geschäftsauslagen zugestellt werden, weichen die Fußgänger auf die sehr schmalen Radwege aus. Radler haben das Nachsehen und müssen wegen blockierter Radwege oftmals absteigen. Sogar auf dem Radweg werden Waren zum Verkauf angeboten. Aber auch die unübersichtliche Führung der Radwege an Querstraßen macht den Radweg gefährlich. Autofahrer verlieren leicht den Überblick und nehmen Radler beim Abbiegen zu spät wahr.

Besonders unrühmlich verhielt sich das Bezirksamt Mitte. Die Überwachung der Geschäftsauslagen und Gastronomie, im Fachjargon »Sondernutzungen« genannt, untersteht dem Bezirksamt. Auf Beschwerden des ADFC wegen der Überschreitung der Sondernutzungsgenehmigungen reagierte das Bezirksamt innerhalb der 10 Jahre so gut wie gar nicht. Das letzte Schreiben an Bezirksbürgermeister Schreiber blieb seit mehreren Wochen unbeantwortet.

Der ADFC setzte sich in den 10 Jahren bei Polizei und Bezirksamt, bei der Bürgerschaft und im Sanierungsbeirat für eine verträgliche Lösung ein: Radler sollten lediglich ungehindert fahren können. Bislang aber ließ die Polizei die Radler nicht auf die Fahrbahn, und das Bezirksamt ignorierte die Behinderungen auf dem Radweg durch die Geschäftsleute. Stefan Warda, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC: »Die Situation in der Schanzenstraße hätte so auch in Schilda passieren können. Jede Behörde schob die Schuld für die Missstände auf die andere oder tauchte ganz ab. Die jetzige Entscheidung der Polizei ist daher vernünftig. Radler, die es eilig haben und einfach nur zügig durch die Straße fahren wollen, können jetzt auf der Fahrbahn fahren. Den Einkäufern im Quartier stehen weiterhin die Radwege zur Verfügung, auch wenn diese wie gewohnt überwiegend unbenutzbar sind.«