Pressemitteilung, Verkehr
27.05.2016

Innensenator Grote (SPD) verhindert Tempo 30 auf der Heimfelder Straße

erstellt von Dirk Lau

Im März 2016 forderte die Bezirksversammlung Harburg die Hamburger Innenbehörde auf, auf der Heimfelder Straße in Harburg Tempo 30 einzuführen, um das Radfahren auf der schmalen und stark befahrenen Straße sicherer zu machen. Hamburgs neuer Innensenator Andy Grote lehnte diesen Antrag jetzt ab. Der SPD-Politiker stellt sich damit gegen den ausdrücklichen Wunsch der Harburger Bezirkspolitik und vieler Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil Heimfeld nach sicheren Radverkehrsbedingungen.

"20 Prozent aller 2015 im Bezirk Harburg schwer verunglückten Fahrradfahrer kamen auf der Heimfelder Straße zu Schaden", sagt Werner Jäger vom ADFC. "Dies jedoch nicht auf der Fahrbahn, sondern auf den Nebenflächen, bei Unfällen mit Fußgängern". Im Sinne einer besseren Verkehrssicherheit sei es daher wichtig, die Radfahrer hier auf die Fahrbahn zu bekommen. "Dies gelingt jedoch nur, wenn man auch auf ihre Ängste eingeht und sie als Verkehrsteilnehmer ernst nimmt", so Jäger.

In der Heimfelder Straße fahren Radfahrer meist im Mischverkehr, doch insbesondere Kinder, Jugendliche und viele ältere Menschen trauen sich dort nicht auf die Fahrbahn. Diese ist teilweise nur etwa 6 m breit - wenig Platz also für zwei Fahrtrichtungen, Räder, Autos und mehr als 450 Busse pro Tag.

Daher folgte die Bezirksversammlung dem Wunsch vieler Bürger, des ADFC und der Initiative Verkehrssicherheit für Heimfeld und schrieb an Innensenator Andy Grote. Dessen Behörde sperrt sich aber gegen mehr Tempo 30. Angeblich erlaube es die geltende Rechtslage nicht, in der Heimfelder Straße Tempo 30 anzuordnen. "Hamburgs Innenbehörde befürchtet offenbar, dass andernfalls auch auf anderen Straßen Geschwindigkeitsbegrenzungen eingeführt werden müssten", so Dirk Lau vom ADFC Hamburg. "Grote ignoriert daher einfach das Sicherheitsbedürfnis vieler Radfahrer - so funktioniert Fahrradstadt aber nicht!" Radfahren im Mischverkehr sei zwar auch auf Tempo-50-Straßen nicht gefährlich, aber auf schmalen Straßen und neben Bussen fühle es sich für viele Radfahrer subjektiv gefährlich an. "Wir fordern Grote daher auf, gemeinsam mit den Betroffenen eine Lösung für die Heimfelder Straße zu finden - damit dort alle von 10 bis 100 sicher Rad fahren können!"

Mit der Kampagne "Läuft!" setzt sich der Hamburger ADFC dafür ein, Hamburg lebenswerter zu machen. Schöner zu wohnen, ruhige, saubere Umwelt zu genießen, sicher unterwegs zu sein und doch immer zügig voranzukommen soll kein Traum bleiben - Tempo 30 ist dafür eine naheliegende Lösung.

Am Samstag, den 28. Mai, 10 bis 14 Uhr, klären ADFC-Aktive zusammen mit der Initiative Verkehrssicherheit für Heimfeld mit einem Info-Stand vor "Budni" auf der Heimfelder Straße über die Vorteile von Tempo 30 auf.

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