Verkehr, Fischkopps Kolumne
11.11.2014

»Mehr Rad im Verkehr«, sagt die BWVI

erstellt von Ulf Dietze

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) versandte heute eine Pressemitteilung an die Redaktionen. Darin beschreibt der Senat, was er – nach eigener Ansicht – Gutes für die Entwicklung des Radverkehrs getan hat.

Ob damit die richtigen Schwerpunkte gesetzt sind, ob einem der Umfang der Maßnahmen ausreicht, ob ganz wesentliche Punkte ausgelassen wurden, ob man das alles eigentlich diesem Senat zurechnen kann, das soll hier mal nicht bewertet werden. Lassen wir die Pressestelle der BWVI selbst zu Wort kommen. Interessant ist ja in jedem Fall, was der Senat selbst wichtig findet.

»Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

11. November 2014/bwvi11

Mehr Rad im Verkehr

Fahrradnutzung nimmt zu – Senat handelt

Mit 40 neuen StadtRad-Stationen setzt der Senat seine Radverkehrsförderung konsequent fort. Erstmals erhalten auch Harburg, Bahrenfeld und Barmbek-Nord die beliebten roten Fahrräder

Senator Frank Horch: „Mit bis zu 12 StadtRad-Stationen allein für Harburg setzen wir einen weiteren Meilenstein in der Förderung des Radverkehrs in Hamburg. Die Umsetzung der Radverkehrsstrategie kommt damit weiter gut voran. Das gilt auch für den Ausbau und die Instandsetzung vorhandener Radwege ebenso wie für die Neueinrichtung von Radfahrstreifen oder den Ausbau des Veloroutennetzes. Auch bedeutende Einzelprojekte wie die Klütjenfelder Radwegbrücke, oder der Radweg entlang des Großmarktes konnten dem Radverkehr übergeben werden. Ganz besonders profitiert der Radverkehr von den Busbeschleunigungsmaßnahmen, die Radverkehrsanlagen werden bei jeder Maßnahme mitgeplant und zeitgemäß hergerichtet. Mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Einrichtung einer Fahrradstraße am Harvestehuder Weg haben wir den ersten Schritt hin zu Fahrradachsen entlang der Alster gemacht. Das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel setzt sich in Hamburg immer mehr durch. Der Senat begrüßt diese Entwicklung und wird diese auch weiterhin  konsequent fördern und unterstützen.“

Die Umsetzung der Radverkehrsstrategie ist in den letzten drei Jahren gut vorangekommen.

38 Kilometer vorhandene Radwege wurden ausgebaut und instandgesetzt, 23 km Velorouten hergerichtet,  bedeutende Einzelprojekte wurden fertiggestellt, z.B.  LOOP Wilhelmsburg, der Radweg entlang Oberhafen / Großmarkt einschließlich Unterführung Billhorner Brückenstraße.

Von Radfahrern lang ersehnte Maßnahmen, z. B. Radfahrstreifen Bei den St. Pauli Landungsbrücken, am Rödingsmarkt und im Lessingtunnel in Altona konnten realisiert werden.

Die Qualität und Verkehrssicherheit von Radwegen offenbart sich insbesondere an Kreuzungen. Deshalb wurden zeitgemäße Radverkehrsanlagen nicht nur entlang vieler Strecken gebaut, sondern auch an bedeutenden Kreuzungen wie z.B. am Siemersplatz oder Grindelallee / Hallerstraße / Schlump.

Weitere effektive Maßnahmen zur Förde­rung des Radverkehrs sind umgesetzt. Hierzu zählt die Freigabe von Einbahnstraßen für den Rad­verkehr in Gegenrichtung (mittlerweile sind ca. 700 von ca. 900 Einbahnstraßen in Tempo-30-Zonen für den Radverkehr in beiden Richtungen passierbar) und die Einrichtung von Fahrradstraßen. Hierbei ist die 950 m lange Fahrradstraße Uferstraße – Von-Essen-Straße – Lortzingstraße hervorzuheben, die als Vorbild für die geplanten Fahrradstraßen an der Außenalster dient.

Der Anteil beschilderter Fahrradrouten hat deutlich zugenommen. So hat die Hamburg Port Authority ein eigenes Alltagsradverkehrsnetz für den Hafen sowie eine touristische Hafen­erlebnis­route definiert und mit ca. 180 Wegweisern vollständig ausgeschildert.

Auch das Fahrradparken wurde weiter verbessert. Im Rahmen des 1.000-Bügel-Programms wurden ca. 2.000 Fahrradbügel (d. h. 4.000 Abstellplätze) gesetzt. Darüber hinaus ist es mittlerweile obligatorisch, im Rahmen von Straßenplanungen auch Fahrradbügel im öffentlichen Straßen­raum zu ergänzen. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation geht selbst mit gutem Beispiel voran und hat die Bedingungen zum Fahrradparken in Bezug auf Qualität und Kapazität an ihrem Standort deutlich verbessert; die erneuerten Fahrradparker sind stets gut ausgelastet.

Der Ausbau von Bike+Ride an S- und U-Bahn-Haltestellen schreitet ebenfalls voran. Besonders hervorzuheben ist die B+R-Anlage an der S-Bahn-Haltestelle Wilhelmsburg, die alle Typen von Abstellanlagen und überdachte frei zugängliche Plätze, Fahrradboxen, Sammel­schließanlage bietet. Der Ausbau von Bike+Ride wird mit dem ab 2015 umzusetzenden Bike+Ride-Entwicklungskonzept an Dynamik gewinnen.

Das StadtRAD-System wurde um 59 Stationen und 650 Fahrräder auf jetzt 131 Stationen und 1.650 Räder ausgebaut. Die Kunden- und Ausleihzahlen konnten deutlich gesteigert werden. 2014 wird abermals ein Rekordergebnis erwartet.

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) bereitet gemeinsam mit den Bezirks­ämtern und der StadtRAD-Betreiberfirma DB Rent GmbH den Ausbau um ca. 40 neue Stationen und 500 neue Fahrräder vor.

Dabei wird das Gebiet erneut deutlich ausgeweitet: Neben Harburg, das über ein Kon­tingent von allein 10 bis 12 Stationen erstmals in das System einbezogen wird, wird es Stadt­RAD künftig auch in Bahrenfeld und Barmbek-Nord geben. Hinzu kommen weitere Leihstationen in Othmarschen, Lokstedt, Eppendorf, Dulsberg, Bramfeld, Wandsbek, Hamm und im Osterbrookviertel. Außerdem sollen Lücken im bestehenden Bedienungsgebiet ge­schlossen werden, z. B. an der U-Bahn-Haltestelle Feldstraße, an der Grindelallee, an der Mundsburger Brücke und in Barmbek-Süd.«