Verkehr
11.04.2012

Mehr Rücksichtnahme statt »Kampf im Verkehr«!

erstellt von Johanna Drescher, Dirk Lau

Der typische »Kampf-Radler«? (c) Markus Langer - fotolia.com

Der ADFC Hamburg setzt sich für mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer ein. Die aktuellen Äußerungen von Bundesverkehrsminister Ramsauer, wonach einer »Verrohung dieser Kampfradler endlich Einhalt zu gebieten« sei, tragen dagegen nicht zu mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen bei.

In Hamburg wie im gesamten Bundesgebiet wollen immer mehr Menschen Rad fahren, weil es gesund ist, Spaß macht und die Umwelt schont. Es ist die Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass sie dies sicher tun können und es attraktive Bedingungen fürs Radfahren gibt.

Roland Huhn, Rechtsreferent beim ADFC-Bundesverband, hält die Kritik von Ramsauer daher für übertrieben: »Ich kann keine Kampf-Radler erkennen«, sagt er. Es gebe bei allen Verkehrsteilnehmergruppen einen »Bodensatz«, der sich nicht an die Regeln halte.

Rotlichtverstöße von Radfahrern seien aber weitaus seltener als etwa Geschwindigkeitsüberschreitungen von Pkw-Fahrern. Huhn forderte von ihnen zudem mehr Vorsicht beim Rechtsabbiegen. Bei der Mehrzahl der Zusammenstöße mit Radfahrern liege die Schuld bei den Autofahrern. Darüber hinaus würden Radfahrer bei der Ampelschaltung benachteiligt und müssten öfter warten als der Autoverkehr.

Der ADFC kritisiert schon seit langem, dass Infrastruktur und Regelwerk für Radfahrer unzureichend sind. Das führt zu Situationen, die vor allem für Radfahrer gefährlich sind ­ und von anderen als Regelverstöße wahrgenommen werden. Geboten sind daher keine Pauschalisierungen à la Ramsauer, sondern eine moderne Verkehrspolitik, die auf die erfreulicherweise immer mehr werdenden Radfahrer gerade in den Städten reagiert und diese zukunftsfähige Mobilität durch die Schaffung einer attraktiven Infrastruktur fördert.

Weitere Informationen:
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