Pressemitteilung
21.03.2012

„Mit mehr Rücksichtnahme Verkehrsunfälle reduzieren“

erstellt von Merja Spott

Typische Gefährdungssituation für Radfahrer, Foto: ADFC/Jens Schütte

ADFC Hamburg begrüßt Entscheidung der SPD: Die SPD-Bürgerschaftsfraktion folgt in der Diskussion um eine Helmpflicht für Minderjährige den Argumenten des ADFC. Damit erteilt sie der CDU eine Abfuhr. Die mit viel Wirbel von der CDU geforderte Bundesratsinitiative ist damit vom Tisch. Statt dessen setzt die SPD auf mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr und Unfallvermeidungsstrategien.

Die SPD berücksichtigt damit, dass die Vermeidung von Unfällen der beste Schutz vor Verletzungen im Straßenverkehr ist. Daher ist ihre Aufforderung an den Senat folgerichtig, eine Kampagne zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durchzuführen. Viele Unfälle ließen sich vermeiden, wenn die Verkehrsteilnehmer mit mehr Rücksicht auf die anderen unterwegs wären. Allein 17,5% der Unfälle in Hamburg geschehen wegen überhöhter Geschwindigkeiten und 25,2% durch Fehler beim Einfahren und Abbiegen (Unfallstatistik Hamburg 2010).

Die CDU hatte vor einigen Wochen eine Bundesratsinitiative zur Helmpflicht für Minderjährige gefordert. Ein solches Vorgehen schiebt jedoch die Verantwortung leichtfertig auf die Radfahrer ab. Sie folgt dem Motto „Wenn der Radfahrer keinen Helm trägt und sich damit gefährdet, ist er selbst schuld“. Das unverantwortliche Fahrverhalten vieler Kfz-Fahrer auf Hamburgs Straßen wurde in dem Antrag gar nicht thematisiert. Dieses Spiel wollte die SPD nicht mitmachen. Die Regierung macht sich statt dessen stark für mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Die SPD votiert für eine Verkehrsplanung, die konsequent darauf zielt, Unfälle zu vermeiden, z. B. durch die Verbesserung der Sichtbarkeit von Radfahrern.

„Nun kommt es darauf an, diese Maßnahmen mit dem richtigen Engagement umzusetzen“, so Merja Spott, Referentin für Verkehr vom ADFC Hamburg. „Eine solche Kampagne kann in einer Metropole nur erfolgreich sein, wenn die unterschiedlichen Akteure miteinbezogen werden, genügend Finanzmittel und Personalressourcen dafür zur Verfügung gestellt werden“. Bei Infrastrukturmaßnahmen ist zukünftig mehr Mut gefragt. Ohne den Kfz Platz „wegzunehmen“ ist eine bessere Sichtbarkeit von schwächeren Verkehrsteilnehmern nicht machbar. Weitere Unfallrisiken wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, falsches Parken und falsches Fahrverhalten der Pkw-Fahrer können mit mehr Kontrollen reduziert werden. Hierbei geht es nicht um „Abzocke“ von Autofahrern, sondern um die Sicherheit im Straßenverkehr.

[Update, 10.04.2012: Bericht des Verkehrsausschusses der Bürgerschaft zur Beratung des CDU-Antrags (PDF, 53 kb)]