Neues im ADFC, Verkehr
11.04.2012

Neuer ADFC-Bundesgeschäftsführer auf Besuch in Hamburg

erstellt von Ulf Dietze
ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork

Merja Spott und Jörg Wellendorf erläutern Burkhard Stork (Mitte) die Lage des Hamburger Radverkehrs.

Radweg Grindelallee, Hamburg

Radwege wie jener an der Grindelallee sind eine Zumutung für den Radverkehr und für FußgängerInnen.

Schutzstreifen Hofweg, Hamburg

Mit Schutzstreifen wie im Hofweg zeigen die Verantwortlichen, dass moderne Verkehrsplanung auch in Hamburg möglich ist.

Burkhard Stork, seit Oktober 2011 neuer Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, besuchte am Mittwoch, den 4. April 2012 erstmals den Hamburger Landesverband. Auf einer Radtour mit ADFC-Aktiven klärte ihn Merja Spott, Referentin für Verkehr beim ADFC Hamburg, über die wichtigsten Aspekte und Probleme der Verkehrs-Infrastruktur Hamburgs auf.

Die Radtour führte von St. Georg über die Uni-Gegend und via Krugkoppelbrücke über den Hofweg zurück nach St. Georg. Von alten, 60 cm schmalen Radwegen entlang von Hauptstraßen über Fahrradstraßen, Zweirichtungsradwegen, frei gegebenen Einbahnstraßen, Radfahrstreifen und vorbei an Abstellanlagen und StadtRad-Stationen zeigte Merja Spott dem seit Oktober 2011 die Bundesgeschäfte führenden Burkhard Stork, was Hamburg seinen Radlerinnen derzeit bietet und wohin die Entwicklung geht.

Stork, der seit mehreren Monaten durch die Republik zu den Landes- und Kreisverbänden des ADFC reist, bemerkte, dass in Hamburg überall ein nennenswerter Radverkehrsanteil zu beobachten ist. In anderen Städten gäbe es noch »in«-Stadtteile, in denen überdurchschnittlich viel gefahren werde. Dagegen sei dort in anderen Gegenden kaum ein Radfahrer unterwegs. Bereits jetzt gibt es in Hamburg eine große Zahl radfahrender Menschen. Sie zeigen, dass es eine Lust zum Radfahren gibt und dass noch viel mehr Menschen aufs Rad zu bekommen wären, wenn entsprechende Anreize und die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen sind.

Der Verein

Das führte denn auch zum zweiten Teil von Storks Besuch: Die Vorstandssitzung des ADFC Hamburg beschäftigte sich mit den Vorstellungen und Ideen des Bundesgeschäftsführers zur weiteren Entwicklung des Vereins. Die Außenwahrnehmung des ADFC müsse neu ausgestaltet werden, so Stork. »Wir sind die Lobby fürs Radfahren – für den Alltagsradler genauso wie für den Wochenendnutzer. Wir verstehen Radverkehr als System. Wir wollen Infrasturktur, Service, Angebote rund ums Rad verbunden wissen. Letztlich kann das Radfahren noch viel mehr Menschen als heute so viel Freude bringen, dass sie im Alltag und in ihrer Freizeit darauf setzen.«

Auch der ADFC wird sich weiterentwickeln müssen. Im Hamburger Vorstand wie auch bei den Aktiven war dazu große Bereitschaft erkennbar. Einigkeit bestand allerdings auch darin, dass der Verein deutlich mehr Mitglieder benötigt, um den vielen Aufgaben, die sich dann stellen, voll gerecht werden zu können. Mit seiner aktuellen Jahreskampagne »Willkommen im Club!« geht der Hamburger Landesverband bereits jetzt konsequent in die Richtung, die der Bundesverband ausbauen möchte.

Strecke der gefahrenen Radtour (öffnet die Route auf Google Maps)