Verkehr, Rund ums Rad
14.04.2017

Övelgönne: Bürgerinitiative will Strandweg für alle

erstellt von Benjamin Harders
Zwei jeweils etwa 2 m breite parallele Wege aus Holzplanken verlaufen auf einem Strand. Der rechte Weg ist leer, auf dem linken Weg flanieren Spaziergänger. Marc Ryckaert/Wikimedia, CC-­BY-SA

Beispiele aus anderen Städten und Ländern zeigen, dass attraktive Lösungen für Strandweg­-Führungen wie hier in Arcachon/Frankreich möglich sind.

In der Debatte um eine Lösung für die 1 km lange Schiebestrecke auf dem Elberadweg in Hamburg melden sich jetzt die Befürworter mit der Bürgerinitiative »Elbstrandweg für alle!« zu Wort

Seit Anfang April 2017 setzt sich die Bürgerinitiative »Elbstrandweg für alle!« dafür ein, dass die Voruntersuchungen bezüglich einer Lösung für die Schiebestrecke in Övelgönne fortgesetzt werden.

Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, dass zunächst ergebnisoffen Varianten untersucht werden sollen, ob und wie ein Strandweg in Övelgönne realisiert werden könnte. Die mögliche Streckenführung, der Bodenbelag, die Breite und Art der Nutzung müssten gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet werden. »Wir möchten erreichen, dass das Bezirksamt erst einmal Vorschläge für einen Weg in Övelgönne erarbeitet, um dann eine Entscheidung treffen zu können. Dieser Weg muss allen Strandbesuchern, ob zu Fuß, mit dem Kinderwagen, einem Rollstuhl oder mit dem Rad, zu Gute kommen«, so Initiativensprecherin Samina Mir. Es sei entscheidend, dass alle Bedenken, Bedürfnisse und Wünsche in einer sachlichen Diskussion gehört und verstanden würden, um so gemeinsam die beste Lösung zu finden.

Die Bürgerinitiative, in der sich Radfahrerinnen und Radfahrer aus dem Bezirk Altona und Hamburg, aber auch Anwohner und Anwohnerinnen sowie Strandnutzerinnen und Strandnutzer zusammengeschlossen haben, fordert in einem Positionspapier die Erarbeitung von Lösungen: »Ein Weg für alle; Soviel Weg wie nötig, soviel Strand wie möglich; Lösungsvorschläge statt Denkverbote«. Wer die Initiative unterstützen möchte, kann sich auf der Website der Initiative mit Ideen und Meinungen beteiligen: www.elbstrandweg.de

Eine Bürgerinitiative der Gegner eines Radwegs am Strand hatte sich zuvor unter dem Slogan »Elbstrand retten!« gegen jede Überlegung ausgesprochen, einen Weg im Bereich des Strands an der Schiebestrecke vorbei zu führen.

Hintergrundinformation

Die Radverkehrsverbindung entlang des nördlichen Elbufers erfüllt gemäß Auskunft des Hamburger Senats vom 14.03.2017 mehrere Funktionen:

  • Sie ist Bestandteil des Europäischen Radfernwegenetzes, hier der EuroVelo-Route Nummer 3 (Pilgerroute von Trondheim nach Santiago de Compostela) und der EuroVelo-Route Nummer 12 (North Sea Cycle Route/Nordseeküstenradweg).
  • Sie ist Bestandteil des deutschlandweiten Radfernwegenetzes, hier der D-Route Nummer 10 (Elberadweg). Der Elberadweg ist seit vielen Jahren der beliebteste Radfernweg Deutschlands, wie die alljährliche Radreiseanalyse des ADFC zeigt. Auch Hamburg profitiert von diesen Fahrradtouristen.
  • Sie ist Bestandteil des Hamburger Freizeitroutennetzes, hier der Freizeitroute Nummer 8.
  • Sie ist Bestandteil des bezirklichen Radroutennetzes des Bezirks Altona für den Alltagsradverkehr und stellt trotz der Schiebestrecke eine wichtige Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrer von den Hamburger Elbvororten nach Altona und in die Innenstadt dar.

Website der Bürgerinitiative für einen Strandweg:

www.elbstrandweg.de